Die Menschenrechtsorganisation AAPPB kritisierte, dass sich noch etwa 700 politische Gefangene in Birmas Gefängnissen befinden sollen.

Die Regierung habe von der Oppositionspartei NLD eine Liste mit 600 politischen Gefangenen erhalten. 430 von ihnen wurden auch von der Regierung als politische Häftlinge eingestuft, hieß es von Behördenseite. 128 hätten jedoch andere Verbrechen verübt und waren deshalb von der Amnestie ausgenommen.

Birmas Präsident Thein Sein verfolgt einen überraschend deutlichen Reformkurs. Neben der Freilassung von politischen Gefangenen schloss er auch einen historischen Waffenstillstand mit den Karen-Rebellen.

Deutschland und andere westliche Staaten sowie Menschenrechtsorganisationen begrüßten die Reformschritte. Die USA nehmen nach zwei Jahrzehnten wieder volle diplomatische Beziehungen auf. Nach Jahrzehnten der Militärdiktatur fanden im vergangenen Jahr erstmals wieder Wahlen in Birma statt. Bei früheren Amnestien wurden seit März 347 politische Gefangene freigelassen.