• Eine junge Engländerin steht während ihrer Schwangerschaft vor einer schweren Entscheidung
  • Aufgrund einer Erkrankung muss sie sich zwischen ihrem ungeborenen Kind und ihrem Bein entscheiden
  • Sie entschied sich für das Leben ihres Kindes

Im Alter von 28 Jahren wurde Kathleen vor eine grauenerregende Entscheidung gestellt. Entweder die ungeborene Tochter verlieren, oder sich ein Bein amputieren lassen. Doch die tragische Geschichte der Engländerin beginnt bereits im Kindesalter.

Krebsdiagnose mit elf Jahren: Knochenkrebs im Bein

Zunächst war es nur ein kleiner schmerzhafter Knoten im rechten Bein. Der Gang zum Arzt enthüllte dann die traurige Diagnose: Knochenkrebs. Im Alter von nur elf Jahren erhielt die heute 28-jährige Engländerin Kathleen aus Cambridgeshire ihre erste Chemotherapie. Außerdem musste ein großer Teil ihrer Kniescheibe entfernt werden. Zur Stabilisation wurden ihr zwei Metallstäbe eingesetzt.

Doch die Behandlung verlief gut. Elf Jahre lange lebte Kathleen krebsfrei. Sie wurde Mutter und bekam zwei Söhne, die heute neun und fünf Jahre als sind. Doch 2016 dann der Rückschlag: Der Krebs war zurück. Diesmal allerdings in der Lunge. "Krebs im Kindesalter tritt normalerweise innerhalb von zwei oder drei Jahren wieder auf, aber bei mir war es nach elf Jahren. Es war wirklich selten, so etwas kommt nicht oft vor, also mussten sie schnell handeln", berichtet Kathleen gegenüber dem Daily Mirror

Auch hier schlug die Therapie schnell an. Innerhalb kurzer Zeit konnte die Chemotherapie den Krebs in ihrer Lunge besiegen. Mit einem letzten Eingriff wurde das Geschwür vollständig entfernt. Dabei wurde auch ein kleiner Teil ihres unteren Lungenflügels entfernt.

Krebs während der Schwangerschaft: Tumor im Bein kehrt zurück

Knapp dreieinhalb Jahre lang sollte Kathleen beschwerdefrei und ohne Krebs auskommen. Dann machte sich ein bekannter Schmerz im rechten Bein breit. Aus dem kleinen Stechen wurde schnell ein großer Knoten, der der Engländerin das Laufen unmöglich machte. Ein MRT-Scan brachte die Hiobsbotschaft: Der Krebs war erneut zurückgekehrt. 

Während der Diagnose war Kathleen bereits im vierten Monat schwanger mit ihrer Tochter. "Ich dachte direkt, dass ich mein Baby verlieren werde. Ich hatte solche Angst." Dann wurde die werdende Mutter vor eine haarsträubende Entscheidung gestellt: "Die Ärzte stellten mich vor zwei Möglichkeiten. Sie sagten, ich könne entweder mein Baby abtreiben, mich einer Chemotherapie unterziehen, mich einer Operation unterziehen und höchstwahrscheinlich mein Bein verlieren, oder mein Baby behalten und mein Bein sofort amputieren lassen."

Bein oder Baby: Mutter rettet das Leben ihrer Tochter

Eine Woche lang hatte Kathleen Zeit, um über ihre Entscheidung nachzudenken. Doch die 28-Jährige hatte sich bereits nach einer Nacht entschieden. Sie beschloss das Leben ihres ungeborenen Kindes zu retten und sich ihr Bein amputieren zu lassen.

Auch acht Tage nach der Operation konnte Kathleen nicht an sich hinuntersehen. Die Vorstellung nur noch ein Bein zu haben, war unerträglich. "Es war wirklich schwer. Gegen Ende der acht Tage habe ich dann doch nach unten geschaut, aber es war wirklich seltsam, die Decke über mir zu sehen. Ich musste meinen Jungs vor der Operation sagen, dass mein Bein amputiert wird, aber ich habe es auf eine lustige Art und Weise getan, damit sie nicht verängstigt oder besorgt sind. Sie lieben Transformers, also habe ich gesagt, dass ich etwas Schlimmes in meinem Bein habe und dass die Ärzte es wegnehmen müssten, aber dass Transformers mir ein neues Bein machen würden."

Mit der Operation wurde das Geschwür zwar beseitigt, doch der Krebs blieb. Kathleen muss weiterhin mit Krebs im Endstadium leben. Ihr Tochter konnte sie problemlos und gesund zur Welt bringen. Seit dem versucht die Engländerin so viel Zeit wie möglich mit ihrer Familie zu verbringen und sich in ihrem neuen Leben zurechtzufinden. "Ich bin froh, dass ich die Entscheidung getroffen habe, mein Bein zu verlieren, weil ich dadurch meine Tochter bekommen habe. Das ist jetzt mein einziger Fokus - Erinnerungen mit meinen Kindern zu schaffen. Ich weiß nicht, wie viel Zeit mir noch bleibt, es könnten Jahre sein, aber auch Monate."

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