Dies sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Stralsund laut Redemanuskript. Dabei sei die Nord-Stream-Erdgaspipeline zwischen Russland und Deutschland ein «wahrhaft europäisches Projekt» und ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit im Ostseeraum.

Barroso betonte, der Ausbau der 1200 Kilometer langen Erdgastrasse sei von gegenseitigem Nutzen, wenn alle umweltpolitischen Vorschriften und die Vorgaben des EU-Binnenmarktes eingehalten würden. Polen hatte lange Widerstand gegen das Mega-Projekt geleistet und Klage gegen den Verlauf der Trasse eingereicht.

Die 1200 Kilometer lange Trasse zwischen Russland und Deutschland ging vor einem halben Jahr in Betrieb. Das Betreiberkonsortium Nord Stream arbeitet an einer Machbarkeitsstudie für zwei weitere Leitungsstränge.

Zu Beginn des zweiten Tages des Ostseerat-Treffens zog Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine positive Bilanz der Arbeit des vor 20 Jahre gegründeten Gremiums. Der Ostseerat habe eine Vielzahl von Impulsen gegeben, betonte Merkel. Hauptthemen des zweiten Tages sind Energiesicherheit und Energieinfrastruktur, die wirtschaftliche Zusammenarbeit und der demografische Wandel. Auch die umstrittenen Pläne Polens zum Ausbau der Atomkraft könnten behandelt werden.

Die Modernisierungsinitiative für den südöstlichen Ostseeraum und die enge Zusammenarbeit mit Russland ist nach Worten Merkels ein Schwerpunkt der deutschen Ostseerat-Präsidentschaft. Die besondere Aufmerksamkeit gelte der Exklave um die Metropole Kaliningrad. Dort solle unter anderem der Tourismus ausgebaut werden. Russland übernimmt im Juli 2012 die Präsidentschaft über den Ostseerat von Deutschland. Ministerpräsident Dmitri Medwedew wird in Stralsund von seinem Vize Igor Schuwalow vertreten.