Israels neuer Außenminister Jair Lapid hat den USA nach der Ablösung von Langzeit-Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen anderen Umgang in Aussicht gestellt.

«In den vergangenen paar Jahren wurden Fehler gemacht. Das überparteiliche Ansehen Israels hat Schaden genommen», sagte Lapid am Sonntag bei einem Treffen mit US-Außenminister Antony Blinken in Rom. «Wir werden diese Fehler gemeinsam beheben.» Blinken betonte, es werde Differenzen geben, doch beide Länder hätten die gleichen Ziele.

Lapid sagte, er habe mit hochrangigen US-Politikern von Demokraten und Republikanern gesprochen und daran erinnert, dass Israel Amerikas grundlegende Werte teile. «Wir werden Meinungsverschiedenheiten haben», sagte er. Dabei gehe es aber nicht um grundlegende Ziele, sondern um den Weg dahin. Er nannte etwa «ernste» Bedenken mit Blick auf die Verhandlungen über eine Rückkehr der USA zum Atomabkommen mit dem Iran. Meinungsverschiedenheiten sollten aber im direkten Gespräch und nicht öffentlich besprochen werden.

Netanjahu hatte das Abkommen von 2015, das in der Amtszeit des demokratischen Präsidenten Barack Obama ausgehandelt wurde, öffentlich stets kritisiert. Obamas republikanischer Nachfolger Donald Trump stieg später aus dem Abkommen aus und traf insgesamt eine Reihe sehr proisraelischer Entscheidungen. Nach der Ablösung von Trump und Netanjahu justieren beide Regierungen ihre Beziehungen neu.

US-Präsident Joe Biden empfängt am Montag den scheidenden israelischen Präsidenten Reuven Rivlin im Weißen Haus. Rivlin, der seit 2014 Präsident war, verlässt das Amt am 9. Juli.

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