Das Land habe «keine andere Wahl, als den Atomstreitfall komplett zu überprüfen», hieß es am Freitag in einer von den Staatsmedien veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang. Zugleich warf ein Sprecher den Regierungen in Südkorea und den USA vor, nach Nordkorea zurückkehrende Flüchtlinge zur Zerstörung von Statuen des früheren Staatschefs Kim Il Sung anzustiften. Der Vorwurf wurde von Seoul entschieden zurückgewiesen.

Nach Auffassung von Beobachtern wollte Nordkorea mit der Botschaft ein Warnsignal setzen. Die eigentliche Absicht des Regimes sei es, Druck auf die USA auszuüben, damit Washington wieder den Dialog mit Pjöngjang aufnehme, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Regierungsbeamten in Seoul. In Südkorea wird nach wie vor befürchtet, Nordkorea könnte einen dritten Atomtest unternehmen.

Im Mai hatte Nordkorea angebliche Pläne für einen Atomtest dementiert. Zugleich hatte das kommunistische Land jedoch damit gedroht, seine «atomare Abschreckung» auszubauen.

Nach Berichten nordkoreanischer Medien war ein zurückgekehrter Flüchtling mit Namen Jon Yong Chol wegen des Vorwurfs verhaftet worden, Kim-Il-Sung-Statuen zerstören zu wollen. Jon habe ausgesagte, damit von südkoreanischen und US-Geheimdiensten beauftragt worden zu sein. Dadurch werde «die Aussicht für die Denuklearisierung der (koreanischen) Halbinsel nur noch trüber», wurde ein Sprecher des Außenministeriums zitiert.

Dem neuen nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un wurde diese Woche nach offiziellen Angaben der Marschall-Titel verliehen. Beobachter vermuten, mit dem symbolischen Schritt wolle sich der knapp 30-Jährige noch mehr Respekt in der Volksarmee verschaffen.