In Süditalien bedrohen Feuer zunehmend Landwirtschaft und Naturschutzgebiete. In der Türkei sind weiterhin Großbrände außer Kontrolle. Und in Griechenland steht ein großer Teil der Insel Euböa in Flammen, auch die Halbinsel Peloponnes ist stark betroffen.

Überall kämpften Rettungskräfte und Bürger auch am Wochenende bis zur Erschöpfung gegen das Inferno an. Bei den Menschen machte sich Unmut über unzureichende Hilfen breit, doch international sind die Appelle angekommen. Aus Deutschland etwa sind Dutzende Helfer nach Griechenland unterwegs.

Große Schwierigkeiten für Löschflugzeuge

Auf Euböa hat am Sonntag verstärkt der Einsatz von Löschflugzeugen begonnen, nachdem die Brände im Norden Athens vorerst nachgelassen hatten und die Flieger in der dicht besiedelten Region nicht mehr so dringend gebraucht wurden. Allerdings wird die Arbeit der Rettungskräfte erschwert: "Es gibt große Schwierigkeiten für die Löschflugzeuge, weil die Temperaturen extrem hoch sind und die Sicht sehr schlecht", sagte der griechische Zivilschutzchef Nikos Chardalias. Auf der Insel gibt es zwei gewaltige Feuerfronten.

Auch in Süditalien sind die Sorgen groß. "Ein weiteres Mal befinden sich die geschützten Naturareale im Klammergriff verheerender Brände", erklärte der Präsident des Verbands für Parks und Naturreservate Federparchi, Giampiero Sammuri. Betroffen seien der Aspromonte Nationalpark im süditalienischen Kalabrien und der Parco delle Madonie östlich der sizilianischen Hauptstadt Palermo. Federparchi forderte, das Überwachungs- und Brandschutzsystem zu verbessern.

Die Türkei kämpft schon den zwölften Tag in Folge gegen die schwersten Waldbrände seit mehr als zehn Jahren. Mindestens sechs Brände waren am Sonntag nach offiziellen Angaben noch nicht unter Kontrolle. Die Einsatzkräfte konzentrierten sich vor allem auf die südwesttürkische Provinz Mugla. Dort brach am Sonntagnachmittag der Nachrichtenagentur Anadolu zufolge ein weiteres Feuer in der Nähe des internationalen Flughafens Dalaman aus. Von einer Beeinträchtigung des Reiseverkehrs war zunächst nichts bekannt.

Hilfe aus Deutschland

Winde erschwerten in Mugla die Löscharbeiten. Wegen des gebirgigen und abschüssigen Geländes können Fahrzeuge das stark bewaldete Gebiet vom Land aus zudem schlecht erreichen. Löschflugzeuge und Helikopter warfen immer wieder Wasser ab. Unterstützung kam unter anderem aus Spanien, Russland, Polen und der Ukraine.

Aus Deutschland ist mittlerweile Hilfe nach Griechenland unterwegs - unter anderem 60 Einsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen, die am Sonntag mit 19 Fahrzeugen aus Bonn in die Waldbrandgebiete nahe Athen starteten und dort am Donnerstag erwartet werden. Auch Helfer der Katastrophenschutzorganisation @fire mit Sitz in Wallenhorst bei Osnabrück machten sich auf den Weg. Darüber hinaus sind in Griechenland Rettungskräfte aus Frankreich, Ägypten, Polen, der Slowakei, Tschechien, Katar, Kuwait und weiteren Ländern im Einsatz.

Der Grünen-Außenpolitiker Omid Nouripour forderte wegen der Waldbrände auch für die Türkei deutsche Unterstützung. "Die Türkei braucht dringend jede denkbare Hilfe im Kampf gegen die Flammen", sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. "Dieser Hilfe dürfen politische Verwerfungen nicht im Wege stehen. Bei Naturkatastrophen darf es keine Hilfe nur für EU-Staaten geben. Ob Griechenland, Italien oder die Türkei: Alle betroffenen Staaten brauchen dringend unsere Solidarität."