Berlin
Echo-Aus

Aus für den Echo! Deutscher Musikpreis zu stark beschädigt - Vollständige Neuanfang notwendig

Der "Echo" hat keine Zukunft mehr: Der Musikpreis wird abgeschafft. Der Preis sei zu sehr beschädigt worden, teilte der Bundesverband Musikindustrie am Mittwoch in Berlin mit.
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Kollegah und Farid Bang haben bei der Preisverleihung am 12. April 2018 einen "Echo" bekommen. Die folgende Kritik führte nun zum Ende des Musikpreises. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
Kollegah und Farid Bang haben bei der Preisverleihung am 12. April 2018 einen "Echo" bekommen. Die folgende Kritik führte nun zum Ende des Musikpreises. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa


Den Musikpreis Echo wird es in Zukunft nicht mehr geben. Das teilte der Bundesverband Musikindustrie am Mittwoch in Berlin mit. Er reagierte damit auf die Kontroverse um die Preisvergabe an ein als judenfeindlich kritisiertes Album der Rapper Kollegah und Farid Bang.

 


Neuaufstellung notwendig

 

 

Die Marke Echo sei so stark beschädigt worden, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei, heißt es in der Mitteilung. Das ziehe auch eine Neuaufstellung beim Echo Klassik und beim Echo Jazz nach sich. Die anstehenden Jazz-Preise sollen am 31. Mai in Hamburg in kleinerem Kreis ohne TV-Inszenierung verliehen werden.

Das prämierte Album enthält Textzeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" und "Mache wieder mal 'nen Holocaust, komm' an mit dem Molotow". Nach der Preisverleihung hatten zahlreiche Musiker aus Protest ihre Echos zurückgeben - darunter Stardirigent Daniel Barenboim und Marius-Müller Westernhagen.

 


Keine Plattform für Antisemitismus

 

 

Deutschland brauche als drittgrößter Musikmarkt der Welt "zur genre- und generationsübergreifenden Auszeichnung von Künstlerinnen und Künstlern" weiterhin "Musikpreise mit Leuchtturm-Charakter". Man wolle jedoch keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen werde, teilte der Bundesverband mit.

Das um den diesjährigen Echo herum Geschehene, wofür der Vorstand sich entschuldigt habe, könne zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, man werde aber dafür sorgen, dass sich ein solcher Fehler in Zukunft nicht wiederhole, heißt es in der Mitteilung des Verbandes.