Hildburghausen
Respektlosigkeit

Haus brennt lichterloh - Anwohner stören Feuerwehr während Löscharbeiten und pöbeln

Ein Haus brennt. Die Feuerwehr kommt und will löschen. Doch wegen der Trockenheit geht ihnen das Wasser fast aus, sie kommen nicht gegen die Flammen an. Sie müssen Löschwasser beschaffen. Und werden dabei von Anwohnern respektlos behandelt.
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Meterhoch schlagen die Flammen aus dem Wohnhaus. Die Feuerwehr muss fast tatenlos zusehen. Foto: NEWS 5 / Ittig
Meterhoch schlagen die Flammen aus dem Wohnhaus. Die Feuerwehr muss fast tatenlos zusehen. Foto: NEWS 5 / Ittig

Im thüringischen Landkreis Hildburghausen hat am Samstagabend ein Wohnhaus gebrannt. Die Flammen haben sich durch die Stockwerke gefressen, das Haus ist nach dem Brand kaum noch erkennbar. Ein Problem: Die Löscharbeiten verlaufen nur schleppend, kommen phasenweise sogar zum Erliegen. Im Dorf fehlt einfach das Wasser. Der Bach ist zu einem Bächlein geworden, der Feuerwehr geht das Wasser aus. Nur ein Hydrant liefert mit schwachem Druck etwas Wasser. Doch das reicht nicht aus.

Anwohner bepöbeln die Feuerwehrmänner

Mit Pendelfahrten umliegender Feuerwehren und einer kilometerlangen Schlauchbrücke kommen die ehrenamtlichen Helfer langsam an Löschwasser - und auch an ihre Grenzen. Das Schlimmste aber ist nicht der Brand selber: Anwohner bepöbeln die Feuerwehrmänner bei der Arbeit, wie das Video zeigt.

Steffen Wohlmann, Kreisbrandmeister im Landkreis Hildburghausen lässt sich von solchen Vorfällen nicht irritieren: "Es gab Schaulustige, die laut geworden sind und die Feuerwehrleute beschimpft haben... Es wurde gerufen und rumgeplärrt...da habe ich aber keine Zeit für mich drum zu kümmern."

Bürgermeister Heiko Schilling will die Pöbeleien der Anwohner ahnen: "Da kommen Leute, die freiwillig zur Hilfe eilen und die können nichts dafür...denen sollte man den größten Respekt entgegenbringen".

Wie am Folgetag bekannt wurde, hätte nur wenige hundert Meter entfernt ein Flößteich zur Verfügung gestanden. Dieser wurde jedoch genau eine Woche zuvor abgelassen. Grund war, dass dieser dringend sanierungsbedürftig ist. Das Land Thüringen wollte als Besitzer den Teich an die Gemeinde Schleusegrund verkaufen. Der Preis mit einer halben Millionen Euro war jedoch zu hoch. Daraufhin wurde nach einem sechsjährigen Verfahren nun das Wasser abgelassen.

Foto: NEWS 5 / Ittig