Unter den 28 Opfern des Terrorangriffs in Tunesien sind nach Angaben der tunesischen Regierung auch deutsche Urlauber. Das berichteten staatliche Medien am Freitag unter Berufung auf das Gesundheitsministerium in Tunis. Den tunesischen Angaben zufolge stammen die Todesopfer aus Deutschland, Großbritannien, Belgien und Tunesien. 36 Verletzte seien auf verschiedene Krankenhäuser im Großraum Sousse verteilt worden. Vom Auswärtigen Amt gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Reiseveranstalter Tui bietet seinen Kunden derweil kostenlose Stornierungen von Reisen nach Tunesien an. Alle Gäste, die bereits gebucht haben, könnten bis einschließlich 15. September gebührenfrei umbuchen oder stornieren, teilte der Reiseveranstalter mit. Für Urlauber, die sich derzeit vor Ort befinden, organisiert die Tui die Abreise.

Tui geht zudem davon aus, dass sich unter den Todesopfern des Terroranschlags in Tunesien eigene Kunden befinden. Zum jetzigen Zeitpunkt lägen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. "Wir müssen aber davon ausgehen", heißt es in einer Erklärung, die das Unternehmen am Freitagabend verbreitete.

Demnach leitete der Tui-Krisenstab alle notwendigen Maßnahmen ein. Speziell geschulte Mitarbeiter bereiteten sich auf ihren Einsatz vor, um Gäste vor Ort zu unterstützen. Tui hat für Kunden zudem eine kostenlose Hotline unter der Telefonnummer +49 (0)511 567 8000 eingerichtet.

Bei dem Hotel, das Ziel eines Terroranschlags wurde, handelt es sich um das "Imperial Marhaba" der Riu-Kette in Sousse, das zum Tui-Konzern gehört. Aktuell befinden sich rund 260 Urlauber des Veranstalters in der Region. Insgesamt befinden sich etwa 3800 Tui-Gäste in Tunesien.

Die DER Touristik-Gruppe bot ihren Kunden ebenfalls kostenlose Stornierungen und Umbuchungen für alle Tunesien-Reisen mit Abflug bis zum 10. Juli an. Gleichzeitig organisierte das Unternehmen nach eigenen Angaben Flugkapazitäten, um Gäste, die das Land vorzeitig verlassen wollten, nach Deutschland zurück zu fliegen. Die deutschen Veranstalter der Thomas Cook AG machten Kunden bis Abflug 24. Juli das gleiche Angebot.

Das Auswärtige Amt rät in seinem aktualisierten Reisehinweis für Tunesien zu besonders umsichtigem Verhalten. Eine Reisewarnung sprach die Behörde nicht aus. Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat derzeit noch keine weitere Informationen zur Lage vor Ort.

Im Jahr 2014 reisten 425.648 Deutsche nach Tunesien - etwas weniger als im Jahr 2010 vor dem Arabischen Frühling. Im Revolutionsjahr 2011 waren die Gästezahlen auf 270 632 gefallen.