Berlin
Welt-Aids-Tag

Alarmierende Studienergebnisse: Jeder vierte Deutsche hatte ungeschützten Sex mit Zufallsbekanntschaft

Die Deutschen gehen mit dem Thema Sex immer sorgloser um: Einer Umfrage des Verbands der Privaten Krankenversicherung zufolge hatte jeder vierte Deutsche schon ungeschützten Sex. Und das ausgerechnet mit Partnern, die sie nicht besonders gut kannten.
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Laut einer Studie des Verbands der Privaten Krankenversicherung hatte jeder vierte deutsche Erwachsene schon einmal Sex mit einer Zufallsbekanntschaft, ohne dabei zu verhüten. Foto: zerocreatives/Westend61/dpa
Laut einer Studie des Verbands der Privaten Krankenversicherung hatte jeder vierte deutsche Erwachsene schon einmal Sex mit einer Zufallsbekanntschaft, ohne dabei zu verhüten. Foto: zerocreatives/Westend61/dpa

Das Bewusstsein für das Risiko einer HIV-Infektion scheint in Deutschland abgenommen zu haben: Denn jeder vierte deutsche Erwachsene hat beim Sex schon mal auf die Verhütung verzichtet. Und das ausgerechnet mit Partnern, die sie nicht besonders gut kannten.

Männer haben häufiger ungeschützten Sex

Viele Erwachsene in Deutschland gehen einer Umfrage zufolge sorglos mit ihrem Sexualleben um. Mehr als jeder Vierte (26 Prozent) hatte schon einmal ungeschützten Sex mit einer Zufallsbekanntschaft, ergab eine Befragung, die vom Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) zum heutigen Welt-Aids-Tag (1.12.2018) in Auftrag gegeben wurde. Jeder dritte Mann (33 Prozent) und jede fünfte Frau (20 Prozent) hätten entsprechende Angaben gemacht, heißt es in dem Report.

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"Das ist ein alarmierendes Ergebnis", sagte der PKV-Vorsitzende Uwe Laue. "Es zeigt, dass wir in der Aufklärungsarbeit kein bisschen nachlassen dürfen." Berichte über neuentwickelte Medikamente für HIV-Infizierte und Aids-Kranke hätten wohl "zu einer Art neuer Nachlässigkeit" im Umgang mit der Infektion geführt. Trotz aller medizinischen Fortschritte sei Aids aber nach wie vor eine unheilbare Krankheit, sagte er.

Die Umfrage des Insa-Instituts von der zweiten Novemberhälfte basiert auf Online-Angaben von 2062 Bundesbürgern im Alter ab 18 Jahren. Der Umfrage zufolge sind zudem vier von fünf Deutschen (79 Prozent) der Meinung, dass Aufklärung über HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten schon in der Schule stattfinden sollte.

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Nach einem jüngst vorgestellten Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) ist die Zahl der Neuinfektionen mit HIV bundesweit leicht rückläufig. Sie lag 2017 bei rund 2700 nach jeweils etwa 2900 in den Jahren 2014 bis 2016. Bei Heterosexuellen wird aber laut RKI in den vergangenen Jahren ein langsamer Anstieg der Neuinfektionen gesehen: Ihnen fehle es oft an einem Bewusstsein für ein HIV-Risiko. Insgesamt lebten Ende 2017 rund 86.000 Menschen im Land mit HIV, geschätzt 11.400 wussten nichts von ihrer Infektion.