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Adler: Zielgruppe zu verjüngen scheitert - was sich jetzt ändern wird

Adler setzt auf Rückbesinnung und will wieder mehr für die Altersgruppe ab 55 tun. Es soll dann wohl nicht nur bei Mode bleiben.
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Auf der Suche nach mehr Kunden hat die Modekette Adler zuletzt versucht, auch deutlich jüngere Kunden für sich zu begeistern. Doch das ging schief. Die einen kamen nicht, die anderen fühlten sich nicht mehr angesprochen.Symbolfoto: Frank Leonhardt/dpa
Auf der Suche nach mehr Kunden hat die Modekette Adler zuletzt versucht, auch deutlich jüngere Kunden für sich zu begeistern. Doch das ging schief. Die einen kamen nicht, die anderen fühlten sich nicht mehr angesprochen.Symbolfoto: Frank Leonhardt/dpa
In der Hoffnung auf höhere Gewinne will die Modekette Adler künftig wieder verstärkt auf die über 55-Jährigen setzen. "Sämtliche Versuche, unsere Zielgruppe zu verjüngen, haben kaum gefruchtet und führten - schlimmer noch - gleichzeitig dazu, dass sich die eigentlich extrem treue Adler-Kundschaft nicht mehr mit "ihrer, unserer" Marke identifizieren konnte", sagte der Vorstandsvorsitzende, Thomas Freude, dazu im am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht. Freude ist seit September 2017 neuer Vorstandsvorsitzender.



Adler will Altersgruppe ab 55 wieder mehr ansprechen

Analysen des Unternehmens hätten gezeigt, dass die Zielgruppe 55+ "noch unglaublich viel Potenzial" berge. Deshalb will die Modekette nun alle Energie drauf verwenden, genau diese Altersgruppe bestmöglich zu bedienen. "Das ist unsere DNA, auf sie müssen wir uns besinnen", so Freude weiter. Der durchschnittliche Adler-Kunde ist dem Unternehmen zufolge 62 Jahre alt.
Für die Zukunft kann sich Freude vorstellen, die Adler-Modemärkte zu einem "One-Stop-Shop" für ältere Menschen zu machen. "Wir wollen die Adler-Märkte zu einem Ort machen, an dem unsere Zielgruppe vieles über das reine Bekleidungsangebot hinaus findet, was für sie von Interesse ist. Das kann ein Friseur, ein Drogeriemarkt mit Produkten speziell für Best-Ager oder ein Telekommunikationsanbieter sein."


So viel kommt für Anleger herum

Adler hat in einem schwierigen Branchenumfeld - viele Kunden shoppen lieber im Internet - im vergangenen Jahr leicht an Umsatz eingebüßt. So nahm das Unternehmen 2017 fast 526 Millionen Euro ein, 2016 waren es fast 19 Millionen Euro mehr. Gleichzeitig konnte Adler vor allem dank geringerer Kosten für Personal und Material einen Gewinn von 3,9 Millionen Euro für sich verbuchen (2016: 400 000 Euro). Die Anleger können deshalb auf eine kleine Ausschüttung hoffen: Die Modekette will den Aktionären eine Dividende von fünf Cent pro Aktie vorschlagen.


So will Adler auch im Online-Shopping mithalten

Um auch vom Online-Geschäft künftig stärker profitieren zu können, wollen die Franken zudem ihre digitalen Angebote für die Kunden ausbauen. "Wir werden im E-Commerce weiter organisch stark wachsen, allerdings nicht um jeden Preis. Die Verbesserung der Rentabilität steht auch hier im Vordergrund", so Freude.

Für 2018 rechnet der Vorstand mit einem ähnlichen Umsatz wie im vergangenen Jahr, von 2019 an soll er leicht steigen. Die Modekette betreibt 182 Märkte in Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz. Adler beschäftigt fast 3900 Mitarbeiter.