Laden...
Nürnberg
Arbeitsmarkt

Winter treibt Arbeitslosenzahl auf mehr als 300.000

Die Zahl der Arbeitslosen im Freistaat ist über die Marke von 300 000 gestiegen. Ein Zuwachs der Jobsucher ist im Januar üblich - viele Firmen können ihre Mitarbeiter in dieser Jahreszeit nicht beschäftigen. Doch auch die Konjunktur in Bayern spielt eine Rolle.
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Stefan Sauer/dpa
Foto: Stefan Sauer/dpa
Das Winterwetter hat sich im Januar auf den bayerischen Arbeitsmarkt ausgewirkt und die Zahl der Jobsucher über die Marke von 300.000 getrieben. Wie eine Sprecherin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag erläuterte, hatte aber auch die schwächelnde Konjunktur ihren Anteil an dem Anstieg um 20,6 Prozent. Im Januar waren im Freistaat knapp 300 150 Menschen ohne Stelle, die Arbeitslosenquote legte um 0,8 Punkte auf 4,4 Prozent zu. Ein Jahr zuvor hatte sie bei 4,2 Prozent gelegen. Seither stieg die Arbeitslosigkeit um 6,5 Prozent an.

Die Zunahme der Erwerbslosigkeit habe sich damit verlangsamt, erläuterte der Leiter der in Nürnberg ansässigen Regionaldirektion, Ralf Holtzwart. "Dies hängt möglicherweise mit einer wieder anziehenden Konjunktur zusammen.
Deutsche Firmen blicken optimistisch ins neue Jahr und beurteilten ihre aktuelle Lage wieder günstiger." Auch Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) zeigte sich optimistisch: "Die Konjunktur wird im Verlauf dieses Jahres wieder stärker anziehen. Trotz höherer Arbeitslosenzahlen im Januar bin ich deshalb sehr zuversichtlich."

Doch im Januar wirkte sich neben der Konjunktur zunächst einmal das Winterwetter auf den Arbeitsmarkt aus. Der Grund: Auf dem Bau, in der Landwirtschaft oder in Gärtnereien können viele Arbeiten in dieser Jahreszeit nicht ausgeführt werden, die Firmen reduzieren vorübergehend ihr Personal. Vor allem Männer, Jüngere und Ausländer waren deshalb im Januar verstärkt von Arbeitslosigkeit betroffen. Neben den offiziell als jobsuchend Registrierten waren nach Angaben der Regionaldirektion weitere 94.600 Bayern in Weiterbildungen, in Altersteilzeit oder in Maßnahmen der Arbeitsagenturen. Die sogenannte Unterbeschäftigung lag damit bei knapp 395.000.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) verwies besonders auf die Lage der unter 25-Jährigen, deren Arbeitslosenquote weit über den offiziellen Zahlen liege. "Zu den 28.920 arbeitslosen Jugendlichen in Bayern sind über 5000 Jugendliche zu zählen, die sich in sogenannten Maßnahmen befinden", erläuterte DGB-Landeschef Matthias Jena. Hinzu komme die unbekannte Zahl an Teilnehmern von Maßnahmen sozialer Träger. "Außerdem melden sich viele 15- bis 24-Jährige nicht bei der Agentur arbeitslos, weil sie bei den Eltern wohnen, versorgt sind und keinen Anspruch auf Unterstützung haben." Die Politik müsse die Jugendlichen deshalb stärker in den Blick nehmen, forderte Jena.