München
Meteorologie

Wetter an Siebenschläfer kein Grund zur Sorge

Das Wetter des 27. Juni bleibt so die nächsten sieben Wochen - so die alte Bauernregel zum Siebenschläfertag. Zuverlässig ist das laut Meteorologen nicht. Den Wetter-Stichtag also einfach verschieben?
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Wenn es am 27. Juni regnet und kalt ist, bleibt das Wetter dann sieben Wochen lang so? Die Meteorologen geben Entwarnung. Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa
Wenn es am 27. Juni regnet und kalt ist, bleibt das Wetter dann sieben Wochen lang so? Die Meteorologen geben Entwarnung. Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa
Nach einer Bauernregel ist der 27. Juni ein entscheidender Tag: Die Lage am Siebenschläfertag soll demnach das Wetter der nächsten sieben Wochen bestimmen. Ein Mix aus Sonne und Wolken, der ein oder andere Schauer und Temperaturen zwischen 13 und 20 Grad - so soll das Wetter in Bayern laut Deutschem Wetterdienst am diesjährigen Siebenschläfertag werden.

Volker Wünsche vom Deutschen Wetterdienst gibt trotz der durchwachsenen Prognose Entwarnung. "Man kann nicht von dem Wetter an einem Tag auf die Witterung der nächsten sieben Wochen schließen", sagt der Meteorologe. "Wenn jemand, wie es am Donnerstag sein wird, irgendwo in Bayern einen Schauer abbekommt, heißt das noch lange nicht, dass es die nächsten sieben Wochen regnet.
So funktioniert das Wetter nicht."

Entscheidend seien die zwei bis drei Wochen zwischen Ende Juni und Anfang Juli: "Wenn in diesem Zeitraum die Höhenströmung, oberhalb von etwa fünf Kilometern, weiter südlich verläuft, bringen Tiefdruckgebiete immer wieder Meeresluft - mal wärmere, mal kältere Luft - zu uns. Dann gibt es mit einer etwa 70-prozentigen Wahrscheinlichkeit einen kühlen, regenreichen Sommer." Eine solche Konstellation ist laut Wünsche in nächster Zeit aber nicht zu erwarten.

Siebenschläfer müsste eigentlich verschoben werden

Eigentlich müsste der Siebenschläfertag ohnehin verschoben werden: Weil das Kalenderjahr nicht mit dem tatsächlichen Jahresverlauf überein stimmte, gab es 1582 die sogenannte gregorianische Kalenderreform und somit eigentlich auch eine Verschiebung des Siebenschläfertages. Die Fachleute sind sich allerdings uneinig, ob es sich dabei um zehn oder elf Tage handeln müsste. Viele wollen den Siebenschläfertag auf den 7. Juli verschoben sehen, der Deutsche Wetterdienst auf den 8. Juli. Aber auch das Wetter an diesem Tag wäre laut Wünsche kein Indikator für die nächsten sieben Wochen.

Vollkommen Unrecht hatten die Bauern trotzdem nicht. Immerhin wurde der Siebenschläfertag als Wetterindikator von Generation zu Generation überliefert. "Es wird auch früher so gewesen sein, dass der Siebenschläfertag als Stichtag mal gut und mal weniger gut gepasst hat", sagt Wünsche.

Der Name geht übrigens nicht auf das Nagetier zurück, sondern auf eine Legende von sieben schlafenden Jünglingen. Während der Christenverfolgung sollen sie im Jahr 251 in eine Höhle eingemauert worden sein. Am 27. Juni 446 erwachten sie und bezeugten den Glauben an die Auferstehung. dpa
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