Potsdam
Bundestagswahl

Wahlunterlagen für deutsche Marine mit dem Fallschirm abgeworfen

Auch deutsche Marinesoldaten wollen wählen. Die mehr als 20-köpfige Besatzung der Fregatte "Niedersachsen" vor der Küste Somalias hat die Briefwahlunterlagen zur Bundestagswahl auf ungewöhnlichem Wege erhalten:.
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Die Fregatte «Niedersachsen» im Marinestützpunkt in Wilhelmshaven. Foto: dpa
Die Fregatte «Niedersachsen» im Marinestützpunkt in Wilhelmshaven. Foto: dpa
Die Papiere wurden Anfang September mit einer torpedoähnlichen Kapsel per Fallschirm rund 15 Seemeilen vor der Küste Somalias abgeworfen. Die Aktion sei von einem spanischen Seeaufklärer vom Typ D4 erfolgt, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr am Montag in Geltow bei Potsdam.

Besatzungsmitglieder der in der Nähe wartenden Fregatte hätten die Kapsel dann mit einem Schlauchboot aus dem Wasser gefischt. "Während einer planmäßigen Liegezeit im Hafen von Dschibuti konnten etwa 90 Prozent der rund 230 Besatzungsmitglieder ihre Briefwahlunterlagen ausfüllen. Für den Rest der Besatzung waren die Wahlzettel nicht rechtzeitig im Hafen angekommen", erläuterte der Sprecher. Ein planmäßig nach Deutschland fliegendes Besatzungsmitglied werde die Unterlagen am 19. September mit nach Hause nehmen.

Die "Niedersachsen" unter dem Kommando von Fregattenkapitän Kurt Leonards war am 29. Juli in Wilhelmshaven ausgelaufen. Sie soll bis Ende Dezember die Operation "Atalanta" am Horn von Afrika unterstützen.