Duisburg

Vater darf "ebay-Baby" nur noch unter Aufsicht sehen

Ein Mann, der seine wenige Wochen alte Tochter in einer Ebay-Kleinanzeige angeboten hat, darf nur noch unter Aufsicht Kontakt zum Baby haben.
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In diesem Saal des Landgerichts Duisburg fand am Donnerstag der Prozess gegen den Vater statt, der seine kleine Tochter auf ebay Kleinanziegen angeboten hat. Foto: Roland Weihrauch/dpa
In diesem Saal des Landgerichts Duisburg fand am Donnerstag der Prozess gegen den Vater statt, der seine kleine Tochter auf ebay Kleinanziegen angeboten hat. Foto: Roland Weihrauch/dpa
Das hat das Duisburger Amtsgericht am Donnerstag entschieden. Die Mutter soll mit dem einzigen Kind einer Flüchtlingsfamilie aus einer Ruhrgebietsstadt ohne den Vater in eine Mutter-Kind-Einrichtung ziehen. Wie das Gericht mitteilte, soll ein unbeaufsichtigter Kontakt des Vaters zum Kind ausgeschlossen werden. Dazu habe das Familiengericht ergänzende Maßnahmen getroffen. Der Vater hatte zugegeben, die Verkaufsanzeige geschaltet zu haben.

Das Mädchen war vor zwei Wochen für 5000 Euro auf der Handelsplattform Ebay Kleinanzeigen angeboten worden.Das Duisburger Jugendamt schritt ein und übergab es einer Pflegefamilie. Der Vater gab an, das Ganze sei nur ein Scherz gewesen. Die Ermittlungen gegen ihn wegen Verdachts auf Menschenhandel dauern an.


Ebay-Mitarbeitern fällt Anzeige sofort auf

Der Mann, der in ebay unter dem Benutzernamen "Kühlschrank" fungiert, hatte die Anzeige am 11. Oktober mit vier Fotos veröffentlicht. Es handele sich um ein Kind namens Maria, war in gebrochenem Deutsch in der Beschreibung zu lesen: "Er ist ein kleines Kind, das 40 Tage alt namens Maria (...) verkaufen". Mitarbeitern der Handelsplattform Ebay Kleinanzeigen war die Anzeige bereits kurz nach der Veröffentlichung aufgefallen. Sie sperrten das Inserat und informierten die Polizei.

Beamte durchsuchten einen Tag später die Wohnung der Familie, von der aus die Anzeige ins Internet gestellt wurde. Die Eltern mussten zu einer Vernehmung auf die Polizeiwache. Da der Anschluss auch von anderen Familienmitgliedern genutzt werden konnte, war zunächst unklar, wer die Anzeige aufgegeben hatte.

Erst drei Tage nach der Veröffentlichung ging der Vater zur Polizei und gab zu Protokoll, die Anzeige - angeblich als Witz - selbst aufgegeben zu haben.