Washington
Unglück

Unbemannte US-Rakete explodiert beim Start

Rückschlag für die US-Raumfahrt: Der Frachter "Cygnus" explodiert beim Start. Er sollte Nachschub zur Raumstation ISS transportieren, darunter auch Lebensmittel für die Astronauten.
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Eine Rakete mit dem unbemannten US-Raumfrachter "Cygnus" ist am 28.10.2014 beim Start zur Internationalen Raumstation ISS explodiert. Foto: epa/Nasa TV/dpa
Eine Rakete mit dem unbemannten US-Raumfrachter "Cygnus" ist am 28.10.2014 beim Start zur Internationalen Raumstation ISS explodiert. Foto: epa/Nasa TV/dpa
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Eine Rakete mit dem unbemannten Versorgungsfrachter "Cygnus" ist beim Start zur Internationalen Raumstation ISS explodiert. Nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa gab es weder Tote noch Verletzte. Doch der Schaden für die US-Raumfahrt ist enorm. Erfolg dagegen für Russland: Nur wenige Stunden nach dem Unglück hob planmäßig ein russischer Transporter mit Nachschub für die ISS ins All ab. Derzeit arbeiten drei Russen, zwei US-Amerikaner und der Deutsche Alexander Gerst auf dem Außenposten der Menschheit in rund 400 Kilometer Höhe.

Die private amerikanische Antares-Rakete mit dem Frachter "Cygnus" hatte am Dienstagabend pünktlich um 18.22 Ortszeit (23.22 MEZ) vom Weltraumbahnhof Wallops (US-Staat Virginia) abgehoben. Sekunden später stürzte sie in einem riesigen Feuerball auf die Erde. Flammen umhüllten die Startplattform, brennende Trümmer flogen in alle Richtungen.

Offenbar Treibstofftanks explodiert

Die Ursache der Explosion war nach Angaben der Nasa zunächst unklar. Offensichtlich seien die Treibstofftanks der Rakete explodiert. "Es ist noch viel zu früh, um genau zu wissen, was passiert ist", sagte der ehemalige Nasa-Astronaut Frank Culbertson, der jetzt Vizepräsident der privaten Firma Orbital Sciences ist.

Der von Orbital Sciences entwickelte Frachter "Cygnus" sollte rund 2300 Kilogramm Lebensmittel, Vorräte und wissenschaftliches Material zur ISS bringen. Seit 2013 gab es drei erfolgreiche Flüge. Nach Nasa-Angaben waren aber keine dringend benötigten Versorgungsgüter an Bord der "Cygnus". "Die Mannschaft ist in keiner Gefahr", sagte der Nasa-Chef für bemannte Raumfahrt, William Gerstenmaier.

Am Mittwochmorgen startete ein russischer Transporter mit Nachschub. Die Sojus-Trägerrakete mit mehr als 2,5 Tonnen Nahrungsmitteln, Treibstoff und privater Post hob wie geplant gegen 8.10 Uhr (MEZ) vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan ab. Im Dezember ist ein Versorgungsflug des privaten US-Transporters "Dragon" angesetzt.  

Nach den Worten Culbertsons war bei dem Unglück nach einer ersten Explosion der Befehl zur völligen Zerstörung des Fluggeräts gegeben worden. Mit einer solchen Maßnahme soll etwa verhindert werden, dass Raketenteile auf bewohntes Gebiet einschlagen. Die Rakete und der Transporter, die zusammen umgerechnet mehr als 157 Millionen Euro kosteten, seien verloren, sagte Culbertson. Ob auch die Startrampe und andere Einrichtungen zerstört wurden, war zunächst unklar.

Job ist nicht ohne Gefahren

"Wir sind sehr enttäuscht", sagte Gerstenmaier. Das Unglück zeige, "dass Raumfahrt ein harter Job ist", der nicht ohne Gefahren sei. Culbertson fügte hinzu: "Wir werden herausfinden, was schiefgegangen ist, wir werden es beheben und wir werden wieder fliegen."

"Cygnus" ist ein Frachter, der nach einem Flug nicht wiederverwendet wird. Das Raumfahrzeug, das auf dem Rückweg von der ISS Müll befördert, verglüht beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Die Nasa hatte 2011 ihr Shuttle-Programm nach rund 30 Jahren beendet. Seitdem sind US-Astronauten auf "Mitfahrgelegenheiten" russischer Raumkapseln angewiesen. Zur Versorgung der Astronauten und zur Lieferung wissenschaftlicher Ausrüstung setzten die USA seitdem auf private Unternehmen. Im Rahmen des knapp zwei Milliarden Dollar schweren Vertrags sollte es bis 2016 mindestens sieben weitere "Cygnus"-Missionen geben.