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Berlin
Atommüll

Umweltministerin Hendricks beharrt auf Lagerung von Atommüll in Bayern

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) gibt sich von der CSU-Kritik an ihren Plänen zur Lagerung von Atommüll in Bayern unbeeindruckt und beharrt auf ihren Plänen.
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Gelbe Fässer für Atommüll stehen am 26.10.2011 in rund 500 Metern Tiefe im Endlager für schwach und mittelradioaktiven Atommüll in Morsleben. Foto: Jens Wolf/dpa
Gelbe Fässer für Atommüll stehen am 26.10.2011 in rund 500 Metern Tiefe im Endlager für schwach und mittelradioaktiven Atommüll in Morsleben. Foto: Jens Wolf/dpa
"Die Reaktion der bayerischen Staatsregierung ist nicht angemessen", sagte sie der "Welt" (Dienstag). "Bayern hat über Jahrzehnte hinweg von der Atomenergienutzung profitiert, mehr als jedes andere Bundesland. Es war mithin an der Produktion von Atommüll beteiligt, mehr als jedes andere Bundesland. Ich erwarte, dass Bayern sich nun auch seiner Mitverantwortung für die Lösung dieses Problem stellt."

Der Streit dreht sich um die letzten 26 Castor-Behälter mit deutschem Atommüll, der noch aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich und Deutschland zurückkommen. Sieben bis neun Castoren sollen nach dem Willen von Hendricks in Bayern am Standort des Atomkraftwerks Isar zwischengelagert werden. Die anderen Behälter sollen nach Hessen, Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein kommen. Anders als Bayern hatten sich diese drei Länder freiwillig bereit erklärt, die Castoren aufzunehmen.


Seehofer empört: "Darüber werden wir zu reden haben"

Bayerns Minsterpräsident Horst Seehofer (CSU) zeigte sich am Montag empört. "Darüber werden wir in der Koalition zu reden haben", sagte er in München. Er warf Hendricks vor, gegen die in einer Koalition üblichen Umgangsformen verstoßen zu haben: "Wir haben vereinbart, dass wir alle Fragen der Energiewende im Zusammenhang entscheiden. Warum sie jetzt auf der Zielgeraden vorprescht, bleibt ihr Geheimnis."

Hendricks konterte nun: "Es ist nicht zu viel verlangt, wenn das Land sich mit maximal 9 Castoren an der Zwischenlagerung des Atommülls beteiligen würde." Mit ihrem vorgelegten Konzept seien auch noch keine endgültigen Entscheidungen über die Standorte der Zwischenlagerung getroffen worden.