Bangkok

USA fordern Schutz von Bootsflüchtlingen in Südostasien

Seit Tagen spielen sich vor asiatischen Küsten dramatische Szenen ab. Angesichts Tausender Bootsflüchtlinge in Südostasien steigt der internationale Druck auf die wohlhabenderen Länder der Region, die Migranten einreisen zu lassen.
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Tausende Flüchtlinge harren vermutlich noch auf der Südostasiatischen See.  Foto: dpa
Tausende Flüchtlinge harren vermutlich noch auf der Südostasiatischen See. Foto: dpa
Zuletzt hatten Malaysia, Indonesien und Thailand Boote mit jeweils Hunderten Flüchtlingen an Bord abgewiesen oder zurück aufs offene Meer geschleppt. Zugleich nahmen sie in den vergangenen Wochen aber bis zu 3.000 Flüchtlinge auf. Diese waren von ihren Schleppern ihrem Schicksal überlassen worden und an Küsten gestrandet oder in Seenot geraten.

Washington drängt auf Zusammenarbeit bei Seenotrettung

In einem Telefongespräch mit seinem thailändischen Amtskollegen Thanasak Patimaprakorn betonte US-Außenminister John Kerry, den Flüchtlingen müsse Schutz gewährt werden, sie dürften nicht zurückgewiesen werden. Wie ein Sprecher des US-Außenministeriums am Freitagabend (Ortszeit) zudem mitteilte, drängt Washington darauf, dass Thailand, Indonesien und Malaysia bei der Seenotrettung zusammenarbeiten.

Menschenrechtler forderten, dass sich auch die Europäische Union einmischen solle. "Während die US-Regierung und die Vereinten Nationen ihren Druck auf die Region massiv verschärfen und eine Aufnahme der Boatpeople fordern, warten wir noch immer auf eine deutliche Stellungnahme der EU", sagte Ulrich Delius von der Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen. Europa dürfe zu den Ursachen der Fluchtbewegung nicht schweigen.

Mindestens 6000 Menschen treiben wohl auf dem Meer

Hilfsorganisationen schätzen, dass derzeit noch mindestens 6.000 Menschen hilflos auf dem Meer treiben. Die meisten Bootsflüchtlinge sind muslimische Rohingya, die im buddhistisch dominierten Myanmar nicht als ethnische Minderheit anerkannt und Gewalt, Verfolgung und Unterdrückung ausgesetzt sind. Auch aus Bangladesch kommen immer mehr Bootsflüchtlinge.

In Interviews berichteten Flüchtlinge, dass auf den völlig überfüllten und meist seeuntauglichen Booten Hunger, Durst und Krankheiten herrschten. Wie viele Tote es mittlerweile gegeben hat, ist unklar.

Ende Mai will Thailand ein Gipfeltreffen zur Flüchtlingskrise abhalten, zu dem unter anderem Vertreter der Nachbarstaaten und internationaler Organisationen eingeladen sind. Allerdings hat Myanmar angedroht, den Gipfel zu boykottieren.