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Donald Trump

Trump wird heute US-Präsident: Macht er Amerika wieder groß?

Donald Trump übernimmt am Freitag das Amt des US-Präsidenten. Es gibt sowohl Proteste als auch große Hoffnungen. Trumps Biograf warnt.
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Der künftige US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania besuchen am 19.01.2017 in Washington, DC, USA, das Lincoln Memorial zu der Vor-Amtseinführungs-Veranstaltung: «Make America Great Again! Welcome Celebration». Der designierte Präsident Trump legt am 20.01.2017 seinen Amtseid ab. Foto: Evan Vucci/AP/dpa
Der künftige US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania besuchen am 19.01.2017 in Washington, DC, USA, das Lincoln Memorial zu der Vor-Amtseinführungs-Veranstaltung: «Make America Great Again! Welcome Celebration». Der designierte Präsident Trump legt am 20.01.2017 seinen Amtseid ab. Foto: Evan Vucci/AP/dpa
Der Tag ist da: Donald Trump wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Hunderttausende werden sich ab dem frühen Morgen in der Hauptstadt Washington einfinden, um dem Ablegen des Amtseides um kurz vor 12.00 Uhr mittags (18.00 MEZ) beizuwohnen. Tausende werden dagegen protestieren.



Trump kündigte am Vorabend an, als Präsident die vielfältig gespaltenen USA zusammenbringen zu wollen. "Wir werden Amerika für alle Amerikaner groß machen, für jedermann", sagte Trump am Donnerstagabend (Ortszeit) zum Abschluss eines Konzerts vor dem Lincoln-Memorial.

Es habe eine Bewegung begonnen, wie es sie auf der Welt noch nicht gegeben habe, sagte Trump vor Tausenden begeisterten Anhängern. Man wolle nun echten Wandel im Land. "Diese Reise hat vor 18 Monaten begonnen", sagte Trump. "Ich bin nur der Botschafter. Ich liebe Euch."


Trumps Themen: Arbeitsplätze, Mauer zu Mexiko, Handel & Militär

Auch am Vorabend der Amtsübernahme machte Trump starke Anleihen an seinen Wahlkampf. Er wiederholte Slogans zu Arbeitsplätzen, der Mauer nach Mexiko, zu den Themen Handel und Militär. "Ich verspreche, dass ich hart arbeiten werde", sagte er.

Am Nachmittag hatte Trump einen Kranz auf dem Soldatenfriedhof in Arlington niedergelegt. Vizepräsident Mike Pence war an seiner Seite. Begleitet wurde Trump von seiner Frau und seiner Familie. Nach einem Empfang verbrachte Trump die Nacht im Blair House, dem offiziellen Gästehaus des US-Präsidenten gegenüber dem Weißen Haus.

Trump beginnt den offiziellen Teil des Tages am Freitag mit einem Gottesdienst, danach empfangen Barack und Michelle Obama das Ehepaar Trump im Weißen Haus. Am Kapitol beginnen währenddessen die Feierlichkeiten, zu denen insgesamt zwischen 700.000 und 900.000 Menschen erwartet werden.

Trump wird den Amtseid vor dem Obersten Verfassungsrichter der USA ablegen, John Roberts. Er wird auf zwei Bibeln schwören: auf seine eigene und - wie Obama - auf die des früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln. Im Anschluss verlassen die Obamas die Stadt. Eine Parade führt Trump dann vom Kapitol zum Weißen Haus. Der offizielle Teil des Tages endet für den neuen Präsidenten mit dem Besuch dreier Bälle.

Nachdem Trump mit seiner Familie am Donnerstag bei dem Konzert eingetroffen war, sang er bei einem patriotischen Lied lautstark und fröhlich mit. In der Menge vor dem Memorial gab es viele begeisterte Anhänger, die von weither angereist waren. "Wie so viele hier bin ich stolz, Amerikaner zu sein und das Land wieder groß zu machen", rief ein Trump-Fan.


Hollywood-Schauspieler Jon Voight attackiert Trump-Gegner

Der Schauspieler Jon Voight hatte zuvor in einer kurzen Ansprache vor dem Lincoln-Memorial mit schweren Anschuldigungen an Trump-Gegner irritiert. Ihnen und den Medien warf er ein Sperrfeuer der Propaganda vor - aber Gott habe alle Gebete der Trump-Anhänger erhört.

Es gab aber auch bereits am Donnerstag Proteste gegen Trump. In New York demonstrierten Tausende Menschen gemeinsam mit Stars wie Alec Baldwin und Robert De Niro. "Trump ist ein schlechtes Beispiel für dieses Land, für diese Stadt", sagte Schauspieler De Niro von einer Bühne zu den Demonstranten. Auch die Schauspieler Mark Ruffalo und Julianne Moore, der Regisseur Michael Moore und der Bürgermeister der Millionenmetropole, Bill de Blasio, waren unter den Demonstranten.

Auch in der schwer gesicherten Hauptstadt Washington sind für Freitag mehrere Demonstrationen geplant, unter anderem zur Gleichheit von Schwarzen und Weißen und zu den Rechten von Homosexuellen. Den Höhepunkt der Proteste wird es aber am Samstag geben. Dann werden zu einer Demonstration 200.000 Menschen erwartet.
Der Immobilienunternehmer Trump war im Sommer 2015 in den Wahlkampf eingestiegen. Als Lachnummer gestartet, dominierte er trotz Dauerkritik Debatten und Vorwahlen und wurde schließlich im Sommer 2016 Kandidat. Gegen alle Erwartungen setzte Trump sich bei der Wahl am 8. November gegen die Demokratin Hillary Clinton durch.

Trump hat noch nie ein politisches Amt bekleidet. Seine Anhänger versprechen sich von ihm neue Jobs, eine Rückbesinnung auf Amerika und eine radikale Abkehr von der Agenda Barack Obamas. Gegner und Kritiker fürchten Trumps Naturell, Haltung und Einstellungen.


Trump-Biograf warnt: Er hat keinen Schimmer von Außenpolitik

Kurz vor dem Amtsantritt zeigt sich auch Trumps Biograf David Cay Johnston ("Die Akte Trump") besorgt über die künftige politische Entwicklung der USA und der Welt. "Es wird wesentlich gefährlicher", sagte er der "Passauer Neuen Presse" (Freitag). Trump habe "keinen Schimmer von Außenpolitik", sagte Johnston. "Zugleich sagt er, sein bester Berater sitze in seinem eigenen Kopf. Manche sehen darin einen Wahn." Dabei verstehe Trump das globale Schachspiel nicht und werde nicht auf Ratschläge hören. "Trump wird große Fehler begehen, die sehr ernste Konsequenzen haben können", meinte Johnston, der dem künftigen US-Präsidenten auch diktatorische Züge unterstellte.

Johnston befürchtet, dass es zu Unruhen in den USA kommen könnte. "Ich mache mir große Sorgen, dass es schon bald zu Demonstrationen gegen Trump kommen wird, und er dann drakonisch dagegen vorgehen wird", sagte Johnston.




Im Steckbrief: Donald John Trump

BERUF: Unternehmer, Entertainer, Schauspieler, Buchautor
GEBURTSTAG und ALTER: 14. Juni 1946, 70 Jahre alt
STERNZEICHEN: Zwillinge ("vielseitig, kommunikationsfähig, rasche Auffassungsgabe")
GEBOREN IN: New York City
GRÖßE: 1,88 Meter
AUGENFARBE: blau
FAMILIENSTAND: Verheiratet in dritter Ehe mit Melania Trump
KINDER: Insgesamt fünf. Zwei Söhne (Donald Jr., Eric), eine Tochter (Ivanka) aus erster Ehe. Eine Tochter (Tiffany) aus zweiter Ehe. Einen Sohn (Barron) aus dritter Ehe.
MOTTO: "Make America Great Again" (Machen wir Amerika wieder großartig)


Wissenswertes zu Amtseinführungen von US-Präsidenten

Am Freitag wird Donald Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt.
DIE ERSTE AMTSEINFÜHRUNG fand in New York City statt, die für kurze Zeit Amerikas Hauptstadt sein sollte. Als erster Präsident wurde George Washington am 30. April 1789 vereidigt.
ZUM ERSTEN MAL IN WASHINGTON, D.C. wurde am 4. März 1801 Thomas Jefferson in sein Amt eingeführt. Er brach mit den vorangegangenen Amtseinführungen, indem er zu seiner Vereidigung hin und zurück zu Fuß ging. Auch die US Marine Band spielte zum ersten Mal.
DIE KÜRZESTE ANTRITTSREDE hielt George Washington bei seiner zweiten Amtseinführung am 4. März 1793 in Philadelphia. Seine 135 Wörter würden heute in sechs Tweets à 140 Zeichen passen.
DIE LÄNGSTE ANTRITTSREDE hielt Präsident William Henry Harrison am 4. März 1841. Die Rede dauerte in schlechtem Wetter fast zwei Stunden. Einen Monat später starb er an einer Lungenentzündung.
AM WÄRMSTEN war es bei der ersten Amtseinführung von Präsident Ronald Reagan am 20. Januar 1981. Zur Mittagszeit herrschten ungewöhnlich milde Temperaturen von etwa 13 Grad Celsius.
AM KÄLTESTEN war es ebenfalls bei Ronald Reagan, bei seiner zweiten Amtseinführung am 21. Januar 1985 waren es minus 14 Grad Celsius.
DAS ERSTE MAL NAHMEN AFROAMERIKANER AN DER PARADE TEIL zur Amtseinführung von Präsident Abraham Lincoln am 4. März 1865.
DAS ERSTE MAL NAHMEN FRAUEN AN DER PARADE TEIL am 5. März 1917 zur Amtseinführung von Woodrow Wilson.
DIE ERSTE PARADE ZU FUSS vom Kapitol zum Weißen Haus lief Präsident Jimmy Carter 1977.
DEM ERSTEN BALL zur Amtseinführung wohnte Präsident James Madison am 4. März 1809 bei.
DIE ERSTE AMTSEINFÜHRUNG, DIE IM RADIO LIVE ZU HÖREN WAR, gab es am 4. März 1925 bei der Vereidigung von Calvin Coolidge.
DIE ERSTE AMTSEINFÜHRUNG, DIE IM FERNSEHEN ÜBERTRAGEN WURDE, war die von Präsident Harry Truman 1949.
DIE ERSTE AMTSEINFÜHRUNG, DIE MAN IM INTERNET LIVE SEHEN KONNTE, war die von Präsident Bill Clinton am 20. Januar 1997.
DIE MEISTEN TEILNEHMER hatte Barack Obama als erster schwarzer Präsident bei seiner ersten Vereidigung 2009. Nie hatte irgendeine Veranstaltung in Washington mehr Teilnehmer, etwa 1,8 Millionen.