Mexiko-Stadt
Katastrophe

Tropenstürme ziehen Schneise der Verwüstung durch Mexiko

Gleich an beiden Küsten kämpft Mexiko gegen Unwetter. Der Hurrikan "Ingrid" und der Tropensturm "Manuel" richten schwere Verwüstungen an. Mindestens 57 Menschen kommen ums Leben. Aus dem Badeort Acapulco müssen Tausende Urlauber ausgeflogen werden.
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Foto: dpa
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Tropische Stürme an Pazifik- und Golfküste haben in Mexiko große Verwüstungen angerichtet. Vor allem im Bundesstaat Guerrero im Westen und in Veracruz im Osten des Landes sorgten der Hurrikan "Ingrid" und der Tropensturm "Manuel" für verheerende Schäden. Flüsse traten über die Ufer, Häuser stürzten ein und Brücken brachen weg.

Mindestens 57 Menschen kamen bei Überschwemmungen und Erdrutschen ums Leben, wie Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong am Dienstagabend (Ortszeit) sagte. Der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, sprach von einem nationalen Notstand. Im ganzen Land mussten rund 39 000 Menschen ihre Häuser verlassen und Schutz in Notunterkünften suchen. Der Verband der Bauunternehmer rechnet allein mit Straßenschäden in Höhe von 40 Milliarden Peso (2,3 Mrd. Euro), wie die Zeitung "Reforma" berichtete.

Am Mittwoch setzten die Streitkräfte ihre Aufräumarbeiten fort. Die Behörden hofften, bis Freitag zumindest die Autopista del Sol zwischen Mexiko-Stadt und Acapulco wieder freizubekommen, um Hilfsgüter in den bislang von der Außenwelt abgeschnittenen Badeort bringen zu können. "Es ist eine unserer Prioritäten, die Verkehrsverbindungen zwischen Mexiko-Stadt und Acapulco wieder herzustellen", sagte Präsident Enrique Peña Nieto in der Nacht zu Mittwoch an Bord einer Regierungsmaschine.

Zunächst mussten allerdings Tausende Touristen Acapulco über eine Luftbrücke verlassen. Etwa 2750 Touristen seien in 26 Flügen bis zum Dienstagabend (Ortszeit) ausgeflogen worden, teilte Verkehrsminister Gerardo Ruiz Esparza mit. Die Flüge nach Mexiko-Stadt würden am Mittwoch fortgesetzt. Die Behörden schätzten, dass rund 40 000 Touristen in Acapulco festsitzen. Wegen Überflutungen und Erdrutschen sind die wichtigsten Zufahrtstraßen blockiert, das Flughafen-Terminal steht unter Wasser.

Ob auch Deutsche unter den Evakuierten waren oder sich noch in Acapulco aufhielten, war zunächst unklar. Die deutsche Botschaft war am Mittwochmorgen (Ortszeit) für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Allerdings stammte der Großteil der Touristen offenbar aus Mexiko-Stadt. Viele Menschen hatten das verlängerte Wochenende des mexikanischen Unabhängigkeitstags am Montag für einen Kurzurlaub genutzt. Zahlreiche Hotels in dem Badeort waren nach dem Sturm ohne Strom und Wasser.

Am Mittwoch sollte sich "Manuel" laut Wetterdienst an der Küste von Sinaloa Richtung Baja California im Nordwesten des Landes bewegen. Es war nicht auszuschließen, dass er sich im Laufe des Tages erneut verstärkt. Mit einer Auflösung der Unwetterwolken rechneten die Experten erst zum Ende der Woche. dpa