Kiew
Konflikt

Tote und Verletzte bei "Anti-Terror-Einsatz" in Ostukraine

Beim "Anti-Terror-Einsatz" gegen prorussische Separatisten in der ostukrainischen Stadt Slawjansk hat es laut Innenminister Arsen Awakow "Tote und Verletzte" gegeben.
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Ein Mann steht vor einer Barrikade pro-russischer Demonstranten in Slawjansk. Foto: Roman Pilipey
Ein Mann steht vor einer Barrikade pro-russischer Demonstranten in Slawjansk. Foto: Roman Pilipey
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Auf Regierungsseite sei ein Geheimdienstoffizier getötet worden, fünf weitere Menschen seien verwundet worden, teilte Awakow am Sonntag mit. Auf der Gegenseite habe es eine unbekannte Zahl an Opfern gegeben.

Nach der Besetzung von Verwaltungsgebäuden in der ostukrainischen Stadt Slawjansk durch prorussische Separatisten hat die Regierung in Kiew Spezialkräfte in die Region entsandt. Die Aktivisten hätten ohne Vorwarnung das Feuer auf die Spezialeinheiten eröffnet, teilte Innenminister Arsen Awakow am Sonntag mit.

Augenzeugen sprachen von einer gespannten Lage. Zu den Schüssen war es der Agentur Itar-Tass zufolge möglicherweise an Kontrollposten gekommen, die die Separatisten errichtet hatten. Militärhubschrauber kreisten über der Stadt mit etwa 100 000 Einwohnern, hieß es.

"In Slawjansk hat ein Anti-Terror-Einsatz begonnen. Es wurden Kräfte aus allen Landesteilen herangezogen. Möge Gott mit uns sein", schrieb Awakow im Online-Netzwerk Facebook. Er forderte die Bewohner auf, aus Sicherheitsgründen ihre Häuser nicht zu verlassen und die Fenster nicht zu öffnen. Der Minister der prowestlichen Regierung in Kiew wirft Russland eine Aggression in der russisch geprägten Region vor.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow weist dies zurück. Er hatte gewarnt, ein gewaltsames Eingreifen der Regierung in Kiew gefährde ein für Donnerstag in Genf geplantes Treffen von russischen, ukrainischen, US- und EU-Vertretern.

Bewaffnete Angreifer in Kampfanzügen hatten unter "Russland! Russland!"-Rufen am Samstag die Kontrolle über die Polizeizentrale und den Sitz des Geheimdienstes in Slawjansk übernommen. Auch in anderen Orten der Region Donezk halten Demonstranten Verwaltungsgebäude besetzt. Seit Wochen fordern prorussische Gruppen eine Angliederung des Gebiets an Russland nach dem Vorbild der Halbinsel Krim oder zumindest ein Referendum über mehr Autonomie der Region.
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