London

Terroranschlag in London: Was wir wissen und was wir nicht wissen

Auch viele Stunden danach wirft der Terroranschlag am Parlament in London noch zahlreiche Fragen auf. Wir haben alle Fakten und Unklarheiten gesammelt.
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Die Ermittlungen dauern an. Foto: Jonathan Brady/PA/ Wire/dpa
Die Ermittlungen dauern an. Foto: Jonathan Brady/PA/ Wire/dpa
Beim Terroranschlag auf der Westminster-Brücke und am Parlament im Herzen Londons hat ein Angreifer mindestens vier Menschen getötet und rund 40 weitere teils schwer verletzt. Der Täter wurde erschossen, nachdem er einen Polizisten niedergestochen hatte.


Was wir wissen

Der Täter: Bei dem Attentäter von London handelt es sich um einen 52-jährigen Mann namens Khalid Masood aus Mittelengland. Das teilte Scotland Yard am Donnerstag mit. Er sei der Polizei bereits aufgrund von Gewaltdelikten und unerlaubtem Waffenbesitz bekannt gewesen, hieß es in einer Mitteilung weiter. Eine Verurteilung wegen terroristischer Aktivitäten habe es nicht gegeben. Für den Anschlag benutzte er ein Auto, bewaffnet war er laut Scotland Yard mit "zwei langen Messern".

Die Tat: Die Polizei nahm Ermittlungen wegen Terrorverdachts auf. Nach Angaben der Polizei raste der Täter mit einem Auto in Passanten auf der Westminster-Brücke. Dabei starben ein Mann, etwa 50 Jahre alt, und eine Frau in den 40ern. Er sprang aus dem Wagen, nachdem er mit dem grauen Hyundai i40 in den Zaun des Parlamentsgebäudes gekracht war, drang auf das Gelände des Parlaments vor und stach einen unbewaffneten Polizisten nieder. Anschließend wurde er von einem anderen Beamten erschossen.

Die Opfer: Die Polizei korrigierte die Zahl der Toten von fünf auf vier. 29 Menschen wurden am Donnerstag noch in Krankenhäusern behandelt. Sieben von ihnen sind laut Scotland Yard in einem kritischen Zustand. Die Todesopfer sind Passanten sowie der niedergestochene Polizist - ein 48-jähriger Beamter, laut Scotland Yard "Ehemann und Vater".

Die Verletzten, darunter auch Schüler, seien "verschiedener Nationalität". Nach offiziellen Angaben sind mindestens drei französische Schüler unter den Verletzten und zwei rumänische Staatsbürger. Unter den Schwerverletzten sind auch zwei Polizisten. Auch ein Deutscher ist bei dem Terroranschlag in London verletzt worden. Das sagte die britische Premierministerin Theresa May am Donnerstag im Parlament.

Hintergrund der Tat: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich zum Anschlag mit vier Toten und etwa 40 Verletzten in London bekannt. Einer ihrer "Soldaten" habe die Operation ausgeführt, meldete das IS-Sprachrohr Amak am Donnerstag. Der Angreifer sei Aufrufen gefolgt, Bewohner von Staaten der internationalen Koalition anzugreifen.

Was wir nicht wissen

Mögliche Mittäter: Scotland Yard vermutet, dass es sich um einen Einzeltäter gehandelt hat, schließt aber Mitwisser oder Mittäter nicht aus. Im Fokus der Ermittlungen stehen laut dem Sprecher "Motivation, Vorbereitungen und seine Komplizen".