Moskau
Körperverletzung

Streit über Kant eskaliert: Mann greift zur Luftpistole

Immanuel Kant wäre entsetzt: Im russischen Rostow sind zwei Männer bei einer Diskussion über den deutschen Philosophen derart in Streit geraten, dass einer dem anderen ins Gesicht schlug und ihn obendrein mit einer Luftpistole beschoss.
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Würde sich angesichts des Vorfalls in Russland wohl im Grabe umdrehen: Immanuel Kants Grab am Dom in Kaliningrad. Foto: dpa
Würde sich angesichts des Vorfalls in Russland wohl im Grabe umdrehen: Immanuel Kants Grab am Dom in Kaliningrad. Foto: dpa
"Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte." So lautet der kategorische Imperativ des deutschen Philosophen Immanuel Kant, der Ethik-Schüler nicht selten zur Verzweiflung bringt.

So gar nicht nach diesem Prinzip handelte ein Russe aus Rostow am Don. Der war nämlich bei einer Diskussion mit einem Landsmann über den deutschen Philosophen Kant (1724-1804) so wütend geworden, dass er seinen Argumenten auf gewaltsame Weise Nachdruck verleihen wollte.

Der Polizei zufolge war der Mann beim Einkaufen mit einem anderen Kunden ins Gespräch über den in Königsberg (heute Kaliningrad) geborenen Denker ("Kritik der reinen Vernunft") gekommen. Um seine Argumente zu unterstreichen, habe er dem anderen erst die Faust ins Gesicht geschlagen und ihn dann mit einer Luftpistole angeschossen.

Der Verletzte sei außer Lebensgefahr, sagte ein Justizsprecher am Montag der Agentur Ria Nowosti. Dem Täter drohen wegen vorsätzlicher schwerer Körperverletzung 15 Jahre Haft. dpa/ak