Paris

Sportwelt bangt um Formel-1-Legende Michael Schumacher

Die Sportwelt bangt um den schwer verletzten ehemaligen Pilot der Königsklasse. Michael Schumacher befand sich in der Nacht auf Montag nach seinem heftigen Sturz auf den Kopf beim Skifahren in den französischen Alpen in einem "kritischen Zustand".
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Foto: dpa
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"Meine Gedanken sind bei Schumi", twitterte Deutschlands NBA-Basketballstar Dirk Nowitzki, nachdem die Ärzte des Universitätskrankenhauses in Grenoble die Diagnose am späten Sonntagabend veröffentlicht hatten.

Schumacher war nach einem Sturz auf einem angeblich nicht markierten Hang in Méribel mit dem Kopf gegen einen Felsen geprallt. Trotz eines Helmes zog er sich dabei schwere Verletzungen zu. Als er in das Krankenhaus in Grenoble eingeliefert wurde, litt er an einem "Kopftrauma mit Koma". Schumacher musste sofort notoperiert werden.

"Komm Michael, gib uns eines deiner Rennen mit purem Quali-Speed, so wie du es immer gemacht hast. Du kannst es schaffen", twitterte der ehemalige Formel-1-Pilot Martin Brundle. "Uhh, habe gerade von dem schrecklichen Unfall von Michael Schumacher gehört", schrieb Top-Tennisspielerin Sabine Lisicki. "Werd bitte schnell wieder gesund", meinte Fußball-Nationalspieler Lukas Podolski in dem sozialen Netzwerk: "Nur das Beste, mein Freund."

Berichten zufolge war Schumachers Familie am Sonntag ebenfalls im Krankenhaus angekommen. Laut französischen Medien war Schumachers Sohn bei dem Unfall dabei. Sabine Kehm, Managerin der Kerpener Formel-1-Legende, bestätigte lediglich, Schumacher sei nicht alleine gewesen.

In der Motorsportszene war die Erschütterung groß, als die Nachricht vom Unfall bekannt wurde. "Jeder wünscht Michael Schumacher eine schnelle Genesung, ich bin mir sicher: Die Motorsportwelt wird heute Nacht schlecht schlafen", schrieb Rallye-Rekordweltmeister Sebastien Loeb. "Meine besten Wünsche an ihn und seine Familie #gutebesserung", twitterte Landsmann Adrian Sutil. "Schreckliche Nachrichten von MSC", schrieb der Brite Paul di Resta. Das Force-India-Team, für das Sutil und di Resta in der vergangenen Formel-1-Saison zusammen fuhren, twitterte: "Come on Champion!"

Siebenmal wurde Schumacher Weltmeister in der Formel 1. 1999 überstand er seinen schwersten Unfall, als er in Silverstone im Ferrari verunglückte. Der Arzt, der damals seinen Schien- und Wadenbeinbruch behandelte, war am Sonntag ebenfalls nach Grenoble gereist.

Medienberichten zufolge trafen auch Schumachers langjährige Wegbegleiter Jean Todt und Ross Brawn dort am späten Sonntagabend ein. Letzterer war an allen sieben WM-Titeln des Rekordsammlers maßgeblich beteiligt. Brawn hatte Schumacher zu dessen Comeback in der Formel 1 bei Mercedes motiviert. 2010 war Schumacher in die Königsklasse des Motorsports nach drei Jahren Pause zurückgekehrt, nachdem er ein geplantes Comeback 2009 für Ferrari wegen der gesundheitlichen Nachwirkungen seines schweren Motorradunfalls im Februar desselben Jahres hatte absagen müssen.

Im Silberpfeil hatte er von 2010 bis einschließlich 2012 an die Erfolge seiner ersten Karriere (1991 bis einschließlich 2006) nicht anschließen können und keinen weiteren Sieg seinen 91 Grand-Prix-Erfolgen hinzufügen können. Mit seiner deutlich lockereren Art sammelte Schumacher aber viele Sympathiepunkte. Einer seiner besten Freunde im Formel-1-Zirkus ist sein Nachfolger Sebastian Vettel. Von dem viermaligen Weltmeister von Red Bull gab es zunächst noch keine Reaktion auf die erschütternden Nachrichten über Schumacher. Er wird aber allen voran in großer Sorge um sein einstiges Kindheitsidol sein. dpa