München
Unterbringung

Seehofer will ehemalige Kasernen für Flüchtlinge

Ministerpräsident Horst Seehofer fordert Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen auf, leerstehende Kasernen zur Flüchtlingsunterbringung freizugeben. Anders sei der anhaltende Flüchtlingsstrom kaum zu bewältigen, sagte Seehofer der "Süddeutschen Zeitung".
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Symbolbild Foto: Felix Kästle/dpa
Symbolbild Foto: Felix Kästle/dpa
"Die Suche nach Liegenschaften ist nicht einfach. Natürlich würden uns Kasernen enorm weiterhelfen", sagte Seehofer. Er und seine Regierung stehen derzeit wegen ihrer Asylpolitik stark unter Beschuss.

Seehofer kündigte zudem an, einen ständigen Kabinettsausschuss bilden zu wollen, der die Flüchtlingssituation im Auge behält. Dem Ausschuss sollen Innenminister Joachim Herrmann, Sozialministerin Emilia Müller, Finanzminister Markus Söder und der Chef der Staatskanzlei, Marcel Huber (alle CSU), angehören. Außerdem will Seehofer einen Runden Tisch zur Asylproblematik unter seiner Leitung ins Leben rufen. Beteiligen sollen sich Kommunalpolitiker, Kirchenvertreter sowie Flüchtlings- und Wohlfahrtsorganisationen.

Besonders Bayern hat derzeit mit steigenden Asylbewerberzahlen zu kämpfen: Die beiden Erstaufnahmeeinrichtungen in München und Zirndorf sind seit Monaten heillos überfüllt.
Wegen mehrerer Masern-Fälle in der Münchner Bayernkaserne gilt derzeit ein Aufnahmestopp, ein teilweiser für die Zirndorfer Einrichtung. Um die Flüchtlinge unterzubringen, werden inzwischen Zelte aufgebaut.

Die Opposition und Wohlfahrtsverbände werfen der bayerischen Staatsregierung Versagen vor: Dass die Flüchtlingszahlen steigen, sei seit langem bekannt; schon viel früher hätte man weitere Erstaufnahmeeinrichtungen gebraucht. Für dieses Jahr wird mit 30.000 neuen Asylbewerbern im Freistaat gerechnet. Am kommenden Dienstag will sich das Kabinett mit der Flüchtlingsproblematik befassen.