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Debatte

Schwesig: Männer sollen Wort erheben gegen Sexismus

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat Männer zu mehr Einsatz gegen Sexismus aufgerufen.
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Foto: Jens Büttner/dpa
Foto: Jens Büttner/dpa
"Ich würde mir wünschen, dass auch mehr Männer das Wort erheben gegen Sexismus", sagte die stellvertretende SPD-Vorsitzende den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben). "Kein Mann kann wollen, dass seine Partnerin oder seine Tochter so behandelt wird."

Schwesig bezeichnete es als "gut und mutig", wenn Frauen sexistisches Verhalten öffentlich machten. In der vergangenen Woche hatte die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends ihrer Landespartei in einem offenen Brief Sexismus, Gerüchte und Verleumdungen vorgeworfen. Der Brief löste eine Debatte über Sexismus in der Politik aus.

Schwesig betonte: "Sexismus gibt es auch in der Politik, die immer noch sehr stark männerdominiert ist." In Bereichen, in denen mehr Frauen arbeiteten, sei der Umgang miteinander oft anders. Auch sie habe die Erfahrung gemacht, dass ihr Äußeres thematisiert worden sei und nicht die politischen Inhalte, für die sie stehe. Als Beispiele nannte sie die Bezeichnung "Küsten-Barbie" und den Ausspruch von Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU), sie solle nicht so weinerlich sein.

Die Grenze zum Sexismus sei überschritten, wenn Sprüche oder Handlungen die Persönlichkeit verletzten und Frauen auf das Sexuelle reduziert würden, sagte Schwesig: "Viele denken ja, bei Altherrenwitzen soll man sich nicht so haben. Aber diese Haltung ist nicht akzeptabel."

Die Frauenministerin befürwortete den Vorstoß von Justizminister Heiko Maas (SPD), sexistische Werbung zu verbieten. "Wir brauchen ein stärkeres Bewusstsein. Das gilt auch für Bilder in der Werbung", sagte sie. Es gebe "Werbung - ob für Pizza, Alkohol, Autos oder Fitnessstudios - bei der Körperteile einer Frau mehr im Fokus stehen als das Produkt selbst".