Berlin
Interne Ermittlungen

Reichsbürger im Polizeidienst: 15 Disziplinarverfahren laufen

Zwei Wochen nach den Todesschüssen eines "Reichsbürgers" entdecken die Polizeibehörden immer mehr Verdachtsfälle auch in ihren eigenen Reihen.
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Ein Trauerflor ist am 20. Oktober in Georgensgmünd an der Antenne eines Polizeifahrzeugs zu sehen. Nach den Schüssen eines "Reichsbürgers" auf Polizisten am 19. Oktober ist ein 32-jähriger Beamter seinen Verletzungen erlegen. Foto: Daniel Karmann/dpa
Ein Trauerflor ist am 20. Oktober in Georgensgmünd an der Antenne eines Polizeifahrzeugs zu sehen. Nach den Schüssen eines "Reichsbürgers" auf Polizisten am 19. Oktober ist ein 32-jähriger Beamter seinen Verletzungen erlegen. Foto: Daniel Karmann/dpa
Die Zahl der Disziplinarverfahren gegen Polizisten, die im Verdacht stehen, der Szene nahezustehen, hat sich bundesweit in kurzer Zeit vervielfacht. Sie liegt aktuell bei 15, wie eine Umfrage der "Süddeutschen Zeitung" bei den Innenministerien der Länder ergab.

"Reichsbürger" erkennen die Bundesrepublik Deutschland nicht als Staat an. Stattdessen behaupten sie, das Deutsche Reich bestehe bis heute fort. Staatlichen Institutionen wie Gerichten sprechen sie die Legitimität ab und erkennen amtliche Bescheide nicht an.

Die meisten Fälle meldet laut "SZ" Bayern, wo Ende der vergangenen Woche ein 26-jähriger Beamter suspendiert wurde. Er ist bereits der sechste mutmaßliche "Reichsbürger" in der dortigen Polizei.

Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Innenministerien und Sicherheitsbehörden der Länder ergab, dass der "Reichsbürger"-Bewegung bundesweit mindestens 1100 Personen zuzuordnen sind. Allerdings fehlten aus 7 der 16 Länder zunächst konkrete Angaben.