Kempten (Allgäu)

Polizeikontrolle in Zug eskaliert - Ein Toter, drei Schwerverletzte

Dramatische Szenen in einer Regionalbahn im Allgäu. Als Polizisten die Fahrgäste kontrollieren, kommt es zu einer Schießerei. Ein Polizist wird angeschossen, ein 20 Jahre alter Täter stirbt. Der zweite Polizist wird ebenso wie der andere Täter schwer verletzt.
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Bereitschaftspolizisten stehen am Freitag vor dem abgesperrten Bahnhof von Kempten im Allgäu. Bei einer Schießerei in einem Zug auf der Bahnstrecke Kaufbeuren-Kempten wurden am Nachmittag zwei Polizisten verletzt. Ein Täter starb offenbar, ein weiterer ist auf der Flucht. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Bereitschaftspolizisten stehen am Freitag vor dem abgesperrten Bahnhof von Kempten im Allgäu. Bei einer Schießerei in einem Zug auf der Bahnstrecke Kaufbeuren-Kempten wurden am Nachmittag zwei Polizisten verletzt. Ein Täter starb offenbar, ein weiterer ist auf der Flucht. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Bei einer Schießerei zwischen Polizisten und mutmaßlichen Straftätern in einem voll besetzten Zug ist im Allgäu ein 20 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Drei weitere Männer, darunter die beiden Bundespolizisten, wurden am Freitag schwer verletzt. Der 44 Jahre alte Beamte erlitt einen Beinschuss, sein Kollege erlitt einen Schlag auf den Kopf. Die genauen Hintergründe der Tat in der Regionalbahn waren auch Stunden nach dem Vorfall noch völlig unklar.

Wie die Polizei berichtete, wollten die beiden Polizisten die Fahrgäste des Zuges von Kaufbeuren nach Kempten kurz nach 14.30 Uhr kontrollieren. Dabei fiel ihnen auf, dass ein Passagier zur Fahndung ausgeschrieben war. Gegen den 20-Jährigen lag ein Haftbefehl zur Vollstreckung einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten wegen räuberischen Diebstahls vor.

Es kam zu einer Schlägerei, in deren Folge plötzlich mehrere Schüsse, fielen. Unklar blieb zunächst, ob auch die beiden Polizisten geschossen hatten. "Durch wen und in welche Richtung geschossen wurde, ist noch Gegenstand der Ermittlungen", sagte Polizeisprecher Markus Asbach. Ein zufällig im Zug befindlicher LKA-Beamter eilte herbei und gab seinerseits mehrere Schüsse ab.

Von weiteren Mittätern gehen die Ermittler nicht aus. "Es konnte ermittelt werden, dass es zwei Tatverdächtige gab. Die haben wir. Die Fahndung ist damit aufgehoben", sagte Polizeisprecher Jürgen Krautwald am Abend.
Bei Günzach kam es infolge der blutigen Auseinandersetzung zu einer Notbremsung des "Alex"-Expresses 81148, der laut Polizei mit bis zu 400 Fahrgäste voll besetzt war. Die unbeteiligten Menschen kamen mit dem Schrecken davon, einige von ihnen wurden aber später von Experten psychologisch betreut.

Fahrgäste flüchteten aus den Waggons

Einige Fahrgäste flüchteten nach dem Nothalt aus den Waggons, offensichtlich auch die beiden Täter. "Es ist gut möglich, dass die beiden Täter noch beim Rollen des Zuges herausgesprungen sind", betonte Polizeisprecher Asbach. Der 20-Jährige sei dann überrolt worden, hieß es am Abend. Die Leiche des Mannes wurde später direkt an der Bahnstrecke entdeckt. Der zweite Täter wurde mit schweren Verletzungen in der Nähe gefunden und mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Alle drei Schwerverletzten sind außer Lebensgefahr.

Die Bahn fuhr nach dem Nothalt weiter bis nach Kempten. Der dortige Bahnhof wurde von zahlreichen Einsatzkräften abgeriegelt und der Zug durchsucht, weitere Täter aber nicht entdeckt. Die restlichen Fahrgäste konnten den Zug verlassen. Der Zug soll nun auf einem Nebengleis genau untersucht werden. Am Abend wurde der Bahnhof Kempten wieder geöffnet.

Wegen des Zwischenfalls wurde ein Großalarm ausgelöst, rund 160 Polizeibeamte, darunter auch SEK-Leute, sowie zahlreiche Helfer von Rettungsdiensten waren im Einsatz. Die Bahnstrecke zwischen Kempten und Günzach wurde stundenlang wegen des Einsatzes gesperrt.
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