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Königsdorf
Gewaltverbrechen

Brutaler Doppelmord in Oberbayern: Polizei setzt Belohnung aus

In einem abgelegenen Haus in Oberbayern sind zwei Menschen bei einem Gewaltverbrechen ums Leben gekommen.
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Ein Polizist betritt das Grundstück eines Hauses in Höfen bei Königsdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, in dem zwei Menschen getötet und eine weitere Person schwer verletzt wurden. Sie sind offenbar Opfer von Einbrechern geworden, wie die Polizei mitteilte. Foto: Andreas Gebert/dpa
Ein Polizist betritt das Grundstück eines Hauses in Höfen bei Königsdorf im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, in dem zwei Menschen getötet und eine weitere Person schwer verletzt wurden. Sie sind offenbar Opfer von Einbrechern geworden, wie die Polizei mitteilte. Foto: Andreas Gebert/dpa
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Zwei Leichen und eine schwer verletzte Frau sind am Wochenende in einem abgelegenen Haus in Oberbayern entdeckt worden. Die Polizei vermutet einen Raubmord, doch von den Tätern fehlt bisher jede Spur.

Update von Mittwoch, 2. März zum Doppelmord in Oberbayern: Auch die Darstellung des zweifachen Raubmordes von Höfen bei Bad Tölz in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" am Mittwochabend hat bisher nicht zu der erhofften heißen Spur geführt. "Wir haben knapp 20 Hinweise erhalten", sagte Polizeisprecher Jürgen Thalmeier am Donnerstag zu der Sendung am Mittwochabend. "Der große Treffer ist aber nicht dabei." Dennoch werde den Hinweisen nachgegangen. Für Tipps zur Aufklärung der Tat gibt es eine Belohnung von 10.000 Euro. 

Inzwischen steht fest, dass mindestens zwei Räuber die 76 Jahre alte Hauseigentümerin und deren beide Bekannten zwischen Mittwochabend und der Nacht zum vergangenen Freitag überfielen. Während die Bewohnerin schwerst verletzt überlebte, starben die ebenfalls 76-Jährige und der 81-Jährige. Alle drei wurden massivst körperlich misshandelt.

Die nach wie vor nicht vernehmungsfähige Hausbesitzerin war zuletzt mehrfach in Kur gewesen. Die Sonderkommission "Höfen" erhofft sich nun Hinweise von anderen Kurgästen auf das persönliche Umfeld der Witwe. Außerdem sucht die Kripo Zeugen, die zur Tatzeit Männer mit womöglich blutverschmierter Kleidung gesehen haben könnten.

Tatzeit wurde eingegrenzt

Im Fall des Raubmords von Höfen bei Bad Tölz ist die Tatzeit weiter eingegrenzt worden. Während anfangs von Mittwochabend bis zum frühen Samstagmorgen die Rede war, spricht die Polizei jetzt nur noch von der Nacht zum Freitag als letztmöglichem Zeitpunkt für den mörderischen Raubüberfall.

Eine Streife fand die beiden Toten und die Verletzte am späten Samstagabend in einem Einfamilienhaus in einem Weiler von Königsdorf.

Die Beamten der Sonderkommission (Soko) "Höfen" bei der Kriminalpolizei in Weilheim arbeiteten mit Hochdruck an der Aufklärung des Gewaltverbrechens, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Benannt ist die Soko nach dem Weiler in der Gemeinde Königsdorf, in dem sich die Tat ereignet hat.


Die Überlebende konnte bisher nicht vernommen werden

Die Überlebende wurde in ein Krankenhaus gebracht und konnte zunächst nicht vernommen werden.

Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei liegt Raubmord nahe. Nachbarn hatten die Polizei am späten Samstagabend verständigt. Nach Angaben von Polizeisprecher Jürgen Thalmeier gab es auffällige Beobachtungen. Eine Streife entdeckte an dem Einfamilienhaus Einbruchsspuren. Als sich die Beamten im Haus umsahen, entdeckten sie die Leichen und die schwer verletzte Frau.


Die Polizisten entdeckten Einbruchsspuren

Die Spurensicherung werde noch längere Zeit in Anspruch nehmen, sagte Polizeisprecher Thalmeier lediglich. Noch am Sonntag wurde mit der Befragung von Nachbarn begonnen, wie Thalmeier berichtete.

Der Tatort ist ein typisches oberbayerisches Landhaus: viel Holz, ein gepflegter Garten, gesäumt von einer hohen Thujahecke. Einige Rollläden an den Fernstern waren am Sonntag heruntergelassen. Beamte der Spurensicherung in weißen Overalls gingen ein und aus.

Nachbarn in dem vielleicht zwei Dutzend Häuser großen Weiler wichen am Tag nach der Entdeckung des Gewaltverbrechens Fragen von Reportern und Kamerateams aus. Natürlich kenne sie die Bewohner des Hauses, in dem die schreckliche Tat passiert ist, meinte eine Nachbarin lediglich, ansonsten wolle sie aber nichts sagen. Ein Hausbesitzer schickte die Journalisten weg. "Hier will das keiner", sagte er, als Fragen gestellt wurden, "verlassen sie mein Grundstück." Derweil spielte im Garten nebenan eine Schar Kinder unbekümmert. dpa/dvd