Berlin
Verkehr

Normaler Zugverkehr nach Streik der Bahn

Erneut hat ein Warnstreik der Lokführer den Zugverkehr bundesweit fast komplett lahmgelegt. Am Samstagmorgen ging auf vielen Strecken nichts mehr. Bald könnte es auch einen umbefristeten Ausstand geben.
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Warnstreik der Bahn in Ansbach
Foto: Jan Gundel
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Ein erneuter Warnstreik der Lokführer der Deutschen Bahn hat den Zugverkehr am Samstagmorgen in weiten Teilen Deutschlands lahmgelegt. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte zu der Arbeitsniederlegung im laufenden Tarifkonflikt mit der Bahn aufgerufen. Der Ausstand führte zwischen 6 und 9 Uhr zu zahlreichen Zugausfällen und langen Verspätungen.

In Franken wurden alle Linien der S-Bahn Nürnberg bestreikt.

Wie die Bahn mitteilte, lagen die Schwerpunkte des Streiks im Norden Deutschlands, in Berlin, in der Region Leipzig sowie punktuell in Nordrhein-Westfalen und Bayern.
Bei der Berliner S-Bahn fuhren am Morgen nach Angaben des Betreibers auf den meisten Linien nur noch einzelne Züge.

GDL will besseres Tarifangebot erzwingen
Die GDL will ein besseres Tarifangebot von der Bahn erzwingen. Die Gewerkschaft verlangt fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Sie erhebt ihre Forderungen auch für Zugbegleiter und andere Beschäftigte in den Zügen.

In Niedersachsen und Bremen blieben Fernreisezüge in den Bahnhöfen, Reisende mussten Verspätungen in Kauf nehmen. Ausgenommen vom Streik waren dort im Regionalverkehr DB-Konkurrenten wie der Metronom oder die Nordwestbahn. Betroffen war auch die S-Bahn in Hannover.

Vor den Informationsschaltern am Hamburger Hauptbahnhof bildeten sich Menschenschlangen. Das große Chaos blieb jedoch zunächst aus. In Hamburg fuhren die S-Bahnen nach Angaben der GDL, allerdings nur im Zwanzig-Minuten Takt. Bei der Berliner S-Bahn fuhren nur noch einzelne Züge auf Teilstrecken.

In Bayern hatte der Warnstreik ebenfalls beträchtliche Folgen. Zahlreiche Regional- und Fernzüge fielen im Freistaat aus, sagte ein DB-Sprecher. Zudem fuhren nach Bahn-Angaben etwa 20 Prozent der Münchner S-Bahnen nicht. Es könne bis in den frühen Nachmittag hinein dauern, bis sich der Regionalverkehr normalisiere, hieß es. Am Münchner Hauptbahnhof bildeten sich Schlangen an den Schaltern.

Auch in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gab es Behinderungen. Seit 6 Uhr stehe alles, sagte der stellvertretende GDL-Bezirkschef für Mitteldeutschland, Manfred Ohme.


Weitere Streiks
Bahnkunden müssen nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" in den nächsten Wochen mit unbefristeten Streiks rechnen. Die GDL werde voraussichtlich diese Woche entscheiden, eine Urabstimmung über reguläre Streiks abzuhalten. GDL-Sprecher Stefan Mousiol sagte demnach: "Eine Urabstimmung wird zeitnah durchgeführt."
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