Laden...
Berlin
Arbeitsmarkt

Nahles beklagt Mogelei bei Mindestlohn

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) kritisiert wenige Wochen nach Einführung des Mindestlohns massenhafte Regelverstöße beispielsweise in der Reinigungsbranche.
Artikel drucken Artikel einbetten
Foto: Federico Gambarini/dpa
Foto: Federico Gambarini/dpa
"Putzhilfen bekamen zwar auf dem Papier den Mindestlohn, aber sie mussten dafür dann einige Stunden mehr arbeiten", sagte Nahles der Zeitung "Hamburger Abendblatt" (Freitag). Der seit Anfang 2015 in Deutschland geltende gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro werde penibel überprüft werden, kündigte die Ministerin an.

Die Ministerin verteidigte den von Union und Wirtschaft kritisierten Bürokratie-Aufwand. Vorfälle wie in der Reinigungsbranche belegten die Notwendigkeit, dass die Arbeitsstunden genau dokumentiert werden. "Wer sich nun über zusätzliche Bürokratie aufregt, hat es scheinbar bisher mit der Arbeitszeit nicht so genau genommen", argumentierte Nahles.

Der Koalitionspartner CSU hatte wegen bestimmter Dokumentationspflichten für Unternehmen zuletzt von "Bürokratiewahnsinn" gesprochen. Zuletzt stellte auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Korrekturen in Aussicht. Die CSU will den Streit im Koalitionsausschuss klären.