Augsburg
Insolvenz

Nach Insolvenz von Weltbild erste wichtige Personalentscheidung

Zwei Wochen nach der Insolvenz von Weltbild verlässt der Sanierungsgeschäftsführer das Unternehmen. Der Krisenmanager war erst im November zu dem angeschlagenen Kirchenkonzern gekommen. Nun übernimmt der Insolvenzverwalter dessen Aufgaben.
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Zwei Wochen nach der Insolvenz von Weltbild verlässt der Sanierungsgeschäftsführer das Unternehmen. Foto: dpa
Zwei Wochen nach der Insolvenz von Weltbild verlässt der Sanierungsgeschäftsführer das Unternehmen. Foto: dpa
Nach der Insolvenz der Verlagsgruppe Weltbild gibt es eine erste personelle Konsequenz in der Geschäftsführung des katholischen Unternehmens. Sanierungsspezialist Josef Schultheis, der nur knapp drei Monate bei dem existenzbedrohten Verlag war, verlässt wieder Weltbild. Dies gab der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Donnerstag bekannt, ohne Details zu den Gründen zu nennen.

Schultheis scheide als Geschäftsführer aus, stehe dem Unternehmen jedoch weiterhin als Berater zur Verfügung, hieß es in der Mitteilung. "Die Sanierungs- und Restrukturierungschancen werden nun im Rahmen der insolvenzrechtlichen Möglichkeiten weiter verfolgt."

Schultheis war erst im November 2013 zu Weltbild gekommen, um das angeschlagene kirchliche Unternehmen zu retten. Er sollte den Umbau der Augsburger Verlagsgruppe zu einem verstärkt auf den digitalen Handel fokussierten Buchhandelsunternehmen vorantreiben. Zuvor war der 48-Jährige beim österreichischen Baukonzern Alpine und der Baumarktkette Praktiker tätig.

Weltbild hatte für Schultheis die Geschäftsführung um den langjährigen Chef Carel Halff extra von zwei auf drei Posten erweitert. Schultheis hatte den Titel "Chief Restructuring Officer" inne. Dritter Weltbild-Geschäftsführer ist Martin Beer, der unter anderem für Finanzen, Logistik und Personal zuständig ist. Schultheis war am Donnerstag für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die katholische Kirche hatte vor zwei Wochen entschieden, dass die beteiligten Bistümer Weltbild kein neues Geld zur Verfügung stellen. Daraufhin musste das Versandunternehmen Insolvenz anmelden. Bislang sind rund 2200 Mitarbeiter am Weltbild-Sitz Augsburg betroffen. Die Tochtergesellschaft, die mit mehr als 3000 Beschäftigten die etwa 400 Filialen unter Markennamen wie "Hugendubel" und "Weltbild" betreibt, hat keine Insolvenz angemeldet.