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Darmstadt
Mordprozess

Mutter vor Augen der Kinder ermordet: Lebenslange Haft für Ehemann

Seine Frau wollte nicht zu ihm zurückkommen, da stach der 34-Jährige vor den Augen der beiden Töchter zu.
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Eine Statue der Justitia ist am auf dem Dach des Landgerichts Darmstadt (Hessen) zu sehen. Foto: Nicolas Armer/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Eine Statue der Justitia ist am auf dem Dach des Landgerichts Darmstadt (Hessen) zu sehen. Foto: Nicolas Armer/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Er erstach seine Ehefrau vor den Augen der gemeinsamen Kinder, dafür muss der 34 Jahre alte Täter jetzt lebenslang hinter Gitter. Der Mann hatte vor dem Landgericht Darmstadt eingeräumt, seine Frau in einem Park in Groß-Gerau mit einem Messer attackiert zu haben.

Nach Einschätzung des Gerichts war das Opfer arg- und wehrlos, insofern habe der Angeklagte heimtückisch gehandelt. Auch niedrige Beweggründe machten die Richter in ihrem Urteil am Mittwoch aus. Die 23-Jährige erlag in einer Klinik ihren zahlreichen Stich- und Schnittverletzungen.

Täter war "wütend und eifersüchtig"


Das aus Afghanistan stammende Paar lebte zum Zeitpunkt der Tat getrennt, weil der 34-Jährige wiederholt handgreiflich geworden war. Die Familie war 2015 nach Deutschland gekommen, wo sie Asyl beantragte. 
Der Angeklagte räumte vor Gericht ein, er sei wütend und eifersüchtig gewesen.

Er habe seine Frau gebeten, wieder zu ihm zurückzukommen. Sie aber wollte für sich und die beiden Töchter - sie waren zur Tatzeit zwei und vier Jahre alt - eine Zukunft in Deutschland aufbauen. Bei der ersten Vernehmung nach der Tat hatte der Mann sich laut Protokoll noch auf "paschtunischen Stolz" berufen; er habe vermutet, dass seine Frau ihn betrüge. Paschtunen sind ein Volk in Zentral- und Südasien, mehrere Millionen leben in Afghanistan.