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Bischofskonferenz

Marx will experimentieren

Bayerns Bischöfe diskutierten in Bamberg über Modelle, wie die Kirche der Zukunft aussehen könnte.
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Kardinal Reinhard Marx erläutert die Ergebnisse der Bischofskonferenz. Rechts der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick  Foto: Matthias Hoch
Kardinal Reinhard Marx erläutert die Ergebnisse der Bischofskonferenz. Rechts der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick Foto: Matthias Hoch
Interessant wurde es auf der gestrigen Pressekonferenz anlässlich der Frühjahrstagung der Freisinger Bischofskonferenz in Bamberg eigentlich erst dann, als der Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx die offizielle Tagesordnung abgearbeitet hatte und sich den Fragen der Journalisten stellte.

Zum Beispiel der, ob Laien künftig Pfarreien leiten könnten. Entsprechende Schlagzeilen der vergangenen Tage hatten in bayerischen Bischofskreisen offensichtlich Erschrecken ausgelöst. Das ließ zumindest Bambergs Erzbischof Ludwig Schick durchblicken. Das Thema hatte die Tagung also zumindest zeitweise beschäftigt. Die Gemüter schienen sich allerdings schnell wieder beruhigt zu haben. Kardinal Marx verwies darauf, dass man sich der Frage stellen müsse, wie angesichts sinkender Priesterzahlen die Zukunft der Kirche aussehen könne. Und da gelte es auch einmal zu experimentieren. Er wolle in seinem Bistum in drei Gemeinden ein Pilotprojekt starten, in dem die Leitungsverantwortung in einem Team wahrgenommen werden soll. Ein Priester sei Teil dieses Teams, der Dekan fungiere als direkter Vorgesetzter. Ein Versuch also, nicht mehr, mit Kirchenrecht ohne weiteres in Einklang zu bringen.


Mehr Verantwortung für Laien

Marx hält derlei Experimente allerdings für sehr wichtig. Ganz einfach um auszuloten, wie kirchliche Anliegen künftig von allen getragen werden könnten. Also auch von Laien. Versuche, wie sie auch in anderen Bistümern, so in Würzburg oder Bamberg auch schon angedacht würden. Die Laien mehr in kirchliche Arbeit einbinden, mit Leitungsfunktionen zu betrauen, bestimme auch die Arbeit in Bamberg. "Es bleibt nur, was sich verändert", so Erzbischof Ludwig Schick. Im Verlauf ihrer Frühjahrstagung beschäftigten sich die Bischöfe auch mit kirchlicher Jugendarbeit. Die insgesamt 15 000 Angebote seien von 624 000 Teilnehmern genutzt worden. Das seien Zahlen, die Mut machten.

Darüber hinaus tauschten sich die Bischöfe über die Situation in Afrika, insbesondere über die Hungerkatastrophe ein Ostafrika aus.
Der für diese Fragen zuständige Bamberger Erzbischof verwies darauf, dass die Kirche und ihre Hilfswerke fortwährend Soforthilfe leisten würden. Zahlreiche langfristig angelegte Projekte dienten dem Ziel, die Flüchtlingsursachen zu bekämpfen und den Menschen Perspektiven vor Ort zu bieten.


Info:

Die Freisinger Bischofskonferenz


Geschichte Die Bischöfe der bayerischen Diözesen treffen sich seit 1848 zunächst unregelmäßig in Freising zu Konferenzen. Seit 1867 finden die Konferenzen regelmäßig zweimal jährlich statt.

Aufgabe Die Konferenz hat die Aufgabe, gemeinsame pastorale Aufgaben zu fördern, die kirchliche Arbeit zu koordinieren, sowie eine Plattform gegenseitiger Beratung zu bieten. Die Konferenz hat keine Entscheidungsbefugnis.

Mitglieder Der Konferenz gehören die Bischöfe der Erzdiözese München und Freising mit den Suffraganbistümern Regensburg, Passau und Augsburg an, sowie die fränkische Erzdiözese Bamberg mit den Suffraganbistümern Würzburg, Eichstätt und Speyer.

Vorsitz Vorsitzender ist der Münchner Erzbischof, derzeit Erzbischof Reinhard Kardinal Marx. Sein Stellvertreter ist der Bamberger Erzbischof, derzeit Ludwig Schick. red