Frankfurt am Main

Gericht: Piloten dürfen bei der Lufthansa streiken - Auch Nürnberg betroffen

Am Mittwoch soll wegen des Pilotenstreiks fast jeder zweite Lufthansa-Flug ausfallen. Das Unternehmen hat vergeblich versucht, den Streik zu stoppen.
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Die Lufthansa wollte den für Mittwoch angekündigten Streik der Piloten gerichtlich stoppen. Foto: Boris Rössler
Die Lufthansa wollte den für Mittwoch angekündigten Streik der Piloten gerichtlich stoppen. Foto: Boris Rössler
Die Lufthansa wollte den für Mittwoch angesetzten Pilotenstreik mit einer einstweiligen Verfügung stoppen lassen.

Das Arbeitsgericht Frankfurt wies am Dienstag in erster Instanz einen Antrag der Fluggesellschaft auf eine einstweilige Verfügung gegen den Streik ab.

Ob Lufthansa auch in die zweite Instanz geht, ließ das Unternehmen bisher offen. Das Landesarbeitsgericht Hessen hatte den vorerst letzten Pilotenstreik der Vereinigung Cockpit im September 2015 für rechtswidrig erklärt, weil dort tariffremde Forderungen erhoben worden waren. Die VC hatte daraufhin den Streik Nr. 13 gestoppt und in der Folgezeit vermieden, über andere Themen öffentlich zu reden. Der aktuelle Streik bezieht sich allein auf Lohnforderungen. Am Dienstag gab es zudem einen Streik bei Eurowings.Lufthansa-Angaben zufolge würden dem dann 14. Pilotenstreik am Mittwoch fast jeder zweite Flug der Marke Lufthansa zum Opfer fallen. Von den 876 streikbedingt gestrichenen Flügen seien 51 Interkontinentalverbindungen. Insgesamt seien rund 100 000 Passagiere betroffen, teilte die Airline am Dienstag mit.

Insgesamt kommt die Marke Lufthansa auf rund 1800 Flüge pro Tag. "2124 von rund 3000 geplanten Flügen der Lufthansa Group finden statt", heißt es in der Mitteilung. Darin sind allerdings auch Flüge von Konzerngesellschaften enthalten, die nicht bestreikt werden, wie zum Beispiel Brussels, Swiss oder AUA.


Auch Flüge in Nürnberg betroffen

Auch in Nürnberg sind einige Flüge betroffen. Stand Dienstagnachmittag werden die vier Flüge nach Frankfurt um 6:35 Uhr, 9 Uhr, 14:25 Uhr und 19:15 Uhr nicht stattfinden. Und auch vier Ankünfte von Frankfurt werden entfallen (8:25 Uhr, 13:45 Uhr, 18:15 Uhr, 22:05 Uhr). Die aktuellen Informationen teilt der Airport Nürnberg auf seiner Homepage mit.

Die Piloten der Airline hatten den Streik am Montag angekündigt. Erstmals war in der laufenden Tarifauseinandersetzung im April 2014 gestreikt worden. Dieses Mal geht es ausschließlich um die Tarifgehälter von rund 5400 Piloten der Lufthansa, der Lufthansa Cargo und der Tochtergesellschaft Germanwings. 


Lufthansa entschuldigt sich bei Kunden

"Lufthansa entschuldigt sich bei allen ihren Kunden, die von diesem Streik betroffen sind", heißt es in der Mitteilung weiter. Ein Sonderflugplan für den Streikzeitraum sei am Mittag auf der Internetseite LH.com aktiviert worden. "Lufthansa arbeitet mit allen Kräften daran, Kunden bestmöglich zu informieren und sie, wenn möglich, auf andere Airlines oder Verkehrsmittel umzubuchen."