Rom
Lawine nach Erdbeben

Lawinenunglück in Italien: Offenbar acht Überlebende gefunden

Es grenzt an ein Wunder: Berichten zufolge haben die Einsatzkräfte in dem verschütteten Hotel im italienischen Erdbebengebiet acht Überlebende gefunden.
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Italienische Feuerwehrleute suchen am 19.01.2017 in der Nähe von Farindola (Italien) nach Überlebenden. Eine große Schneelawine hat ein Hotel verschüttet. (zu dpa «Vermisste geben kein Lebenszeichen nach Lawinenunglück» vom 20.01.2017) Foto: Italian Firefighters/ANSA/AP/dpa
Italienische Feuerwehrleute suchen am 19.01.2017 in der Nähe von Farindola (Italien) nach Überlebenden. Eine große Schneelawine hat ein Hotel verschüttet. (zu dpa «Vermisste geben kein Lebenszeichen nach Lawinenunglück» vom 20.01.2017) Foto: Italian Firefighters/ANSA/AP/dpa
Retter haben nach dem Lawinenunglück im italienischen Erdbebengebiet mehrere Überlebende in dem verschütteten Hotel gefunden. Einige befänden sich aber noch unter den Trümmern. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr hätten mehrmals mit ihnen gesprochen. Der erste Kontakt sei kurz nach 11.00 Uhr am Freitag zustande gekommen.

Acht Menschen lebten, berichteten die Nachrichtenagentur Ansa und der öffentlich-rechtliche Sender Rai unter Berufung auf die Carabinieri am Freitag. Einige von ihnen seien bereits aus den Trümmern befreit worden und auf dem Weg ins Krankenhaus.

Die Rettungskräfte hatten in der Nacht zum Freitag unvermindert nach Überlebenden der Katastrophe gesucht. Zunächst hatte von Dutzenden Gästen und Mitarbeitern noch jedes Lebenszeichen gefehlt. Nach Medienberichten vom Donnerstag wurden bisher vier Leichen geborgen, der Zivilschutz hatte zwei Tote bestätigt. Mindestens zwei Menschen hatten sich im Freien aufgehalten, als die Lawine über das Hotel hineinbrach und so überlebt.

Die gewaltige Lawine hatte am Mittwoch das Vier-Sterne-Hotel Rigopiano nach einer Erdbebenserie komplett verschüttet und Teile mitgerissen. Nach Aussage des Hoteldirektors waren bis zu 35 Menschen in dem Gebäude. Auch mehrere Kinder wurden vermisst. Das Rigopiano liegt auf 1200 Metern Höhe am Fuß des bis über 2900 Meter hohen Bergmassivs Gran Sasso. Es ist nur etwa 45 Kilometer von der Adriaküste entfernt. Auf seiner Facebookseite hatte es mit "Relax, Wohlsein und Unterhaltung im Schnee" geworben.


Überlebende in "Luftsäcken"

Die Retter hatten bereits gesagt, dass Überlebende theoretisch in diesen sehr schwierigen Wetterbedingungen überleben könnten, wenn sich irgendwo in dem weggefegten Hotel "Luftsäcke" gebildet haben.

In den Abruzzen hatte es seit Tagen geschneit, der Schnee lag zum Teil meterhoch. Augenzeugen sprachen von apokalyptischen Szenen am Unglücksort. Die Gäste hatten offenbar nach den vier schweren Erdbeben am Mittwoch abreisen wollen und bereits ausgecheckt. Es kam aber kein Fahrzeug durch, um sie mitzunehmen.

Der Chef der Bergwacht von Roccaraso, Lorenzo Gagliardi, sagte der Zeitung "La Repubblica", das letzte noch freie Stück Straße endete acht Kilometer vom Hotel entfernt. Die ersten Retter mussten sich in der Nacht zum Donnerstag auf Skiern zum Unglücksort vorkämpfen und kamen dort gegen 04.30 Uhr an. "Da war fast nichts mehr, nur ein weißer Hügel" erzählte Gagliardi. Dann habe man 50 Meter entfernt vom Hotel ein Auto mit laufendem Motor gesehen. Darin hätten sich die beiden Überlebenden verkrochen und mit der Autoheizung warm gehalten.

In der Abruzzenregion kommt die Erde seit dem schweren Beben vom August mit rund 300 Toten nicht zur Ruhe. Nach den neuen Erdstößen diese Woche wurden viele Bewohner von der Außenwelt abgeschnitten. Am Freitag wurden in Acquasante Terme nördlich von Amatrice sechs Menschen mit einem Hubschrauber in Sicherheit gebracht, wie Ansa meldete. Die älteste der Geretteten war eine Frau von 90 Jahren. In der gleichen Gemeinde wurde ein 25-jähriger Viehzüchter nach drei Tagen vom Heer aus dem Schnee gerettet. "Ihm geht es gut, aber die Tiere sterben", sagte Bürgermeister Sante Stangoni.