Köln
Jugend

Kinderärzte fordern Verbot von Netflix-Serie über Suizid

"Tote Mädchen lügen nicht" ist eine Serie auf Netflix. Kinderärzte fordern nun die Absetzung der Serie.
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"Tote Mädchen lügen nicht" ist eine Serie auf Netflix. Kinderärzte fordern nun die Absetzung der Serie. Symbolbild: pixabay,com
"Tote Mädchen lügen nicht" ist eine Serie auf Netflix. Kinderärzte fordern nun die Absetzung der Serie. Symbolbild: pixabay,com
Kinderärzte fordern die sofortige Absetzung der Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht". Die 13-teilige Serie über den Suizid einer Jugendlichen sei eine große Gefahr insbesondere für psychisch kranke und labile junge Menschen, warnte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte am Donnerstag in Köln. Zu befürchten seien Nachahmungstaten. Die Jugendmediziner schlossen sich damit der Kritik von Psychiatern und Jugendpsychiatern an der Serie an.

Die Serie, die beim Streaming-Anbieter Netflix abrufbar ist, zeige den Suizid drastisch und detailliert, kritisierte Verbandssprecher Josef Kahl. "Jugendliche, die sich mit der Idee der Selbsttötung beschäftigen, werden durch die Serie möglicherweise in Richtung Tat beeinflusst. Zumal sie auch zeigt, wie ein Suizid gelingen kann." Damit missachte der Internet-TV-Anbieter auch internationale Richtlinien, wie über Suizide berichtet werden soll.

An Eltern appellierte Kahl, sich sofort professionelle Hilfe zu suchen, wenn sie mitbekommen, dass sich ihr Kind Suizidgedanken hat oder besonders fasziniert ist von der Serie. "Wenn ein Kind signalisiert, dass es Suizidgedanken hegt, ist das keine Laune, die vorübergeht, sondern möglicherweise Ausdruck einer seelischen Störung, die schneller und professioneller Hilfe bedarf", betonte der Kinderarzt.