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Manila
Gewalt

Islamistische Terrorgruppe tötet deutsche Geisel auf den Philippinen

Die Terrorgruppe Abu Sayyaf soll eine deutsche Geisel, einen 70 Jahre alten Mann, auf den Philippinen getötet und ein Video davon veröffentlicht haben.
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Der 70 Jahre alte Mann war im November entführt worden. Symbolbild: Maurizio Gambarini/dpa
Der 70 Jahre alte Mann war im November entführt worden. Symbolbild: Maurizio Gambarini/dpa
Auf den Philippinen hat die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf am Montag ein Video veröffentlicht, das die Enthauptung ihrer deutschen Geisel zeigen soll. Der 70 Jahre alte Mann war ein deutscher Segler und im November entführt worden. Nach mehr als drei Monaten Geiselhaft ist er nach Angaben der philippinischen Regierung ermordet worden.



Frau schon im November getötet

Deutsche Sicherheitskreise gingen nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur davon aus, dass der Mann tot ist. Anschließend bestätigten dies die Regierung. Der Mann war im November auf einer Segeltour zusammen mit seiner Lebensgefährtin überfallen und verschleppt worden. Die 59 Jahre alte Frau wurde bereits bei dem Überfall erschossen.

Ein Berater von Präsident Rodrigo Duterte verurteilte am Montag in Manila die "barbarische Enthauptung". Zuvor hatte die islamistische Terrorgruppe Abu Sayyaf ein Video veröffentlicht, das die Ermordung des 70-jährigen Mannes zeigen soll.

Regierungssprecher Steffen Seibert bestätigte den Tod des Deutschen am Montag in Berlin. Nach Wochen der Sorge habe man nun "traurige Gewissheit". Die Geisel sei barbarisch ermordet worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteile die abscheuliche Tat, erklärte Seibert. Zuvor wurde laut Berichten regionaler Medien ein Video veröffentlicht, das die Enthauptung des 70-Jährigen zeigen soll, der seit mehr als drei Monaten in der Gewalt von Abu Sayyaf war.


Nach Lösegeld gefordert

Ein Berater des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte, Jesus Dureza, hatte bereits am Sonntag gesagt: "Trotz andauernder Bemühungen von Gruppen und Sicherheitskräften habe ich Berichte über die angebliche Enthauptung einer deutschen Geisel auf Jolo am Sonntagnachmittag erhalten."

Der Mann war auf der Insel Jolo im Süden des Inselstaats gefangen gehalten worden. Abu Sayyaf hatte mit seiner Ermordung gedroht, falls nicht bis Sonntag um 08.00 Uhr ein Lösegeld bezahlt werde. Die Gruppe hat nach Schätzungen etwa zwei Dutzend weitere Geiseln in ihrer Gewalt. Kurz vor Ablauf der Frist hatte die philippinische Luftwaffe trotz der Gefahr für die Geisel Verstecke der Terrorgruppe angegriffen. In der Region werden etwa 60 Kämpfer vermutet.



Paar schon einmal verschleppt worden

Das Paar war im Juni 2008 schon einmal überfallen worden. Damals hatten schwerbewaffnete Piraten vor Somalia das deutsche Paar verschleppt. Erst nach annähernd zwei Monaten kamen die beiden damals frei. Nach Presseberichten wurden damals 600.000 US-Dollar Lösegeld gezahlt.

Im Süden der mehrheitlich katholischen Philippinen kämpfen muslimische Separatisten seit den 1960er Jahren für Autonomie. Unter dem Einfluss von Al-Kaida entstand 1991 die Organisation Abu Sayyaf ("Schwertträger"), die die Bevölkerung mit Anschlägen terrorisiert und ihren Kampf mit der Entführung von Ausländern und Lösegelderpressungen finanziert. 2014 schwor sie der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue.


Gruppe verübte schon viele brutale Taten

Die Gruppe trat schon mehrfach mit brutalen Aktionen in Erscheinung: Im Jahr 2000 entführte sie 21 Touristen von einer Taucherinsel in Malaysia auf die Philippinen. Darunter war eine deutsche Familie, die erst nach Monaten im Dschungel gegen Lösegeld freikam. 2004 starben bei einem Anschlag auf eine Fähre auf den Philippinen 116 Menschen. 2014 entführte sie ein deutsches Paar von seiner Segeljacht und lies es erst nach Monaten frei. In diesem Jahr wurden zwei Kanadier entführt und enthauptet - angeblich, weil kein Lösegeld gezahlt wurde.