Berlin
Rechtsextremismus

Innenminister Friedrich will rechte Gewalt besser erforschen

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat angekündigt, die Zahl der Todesopfer durch rechtsextreme Gewalt mit den Landesinnenministern neu zu besprechen.
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Mit Verweis auf einen Dreifachmord eines Neonazis aus dem Jahr 2003 in Overath bei Köln sagte Friedrich dem in Berlin erscheinenden "Tagesspiegel am Sonntag" (Ausgabe vom 24. März), anhand solcher Fälle müsse "die Erfassung rechtsextremer Gewalttaten noch mal in der Innenministerkonferenz thematisiert werden". Der Fall werde von der Polizei in Nordrhein-Westfalen bislang nicht als rechts motiviertes Tötungsverbrechen eingestuft, berichtet die Zeitung.

Der Ex-Söldner Thomas A. hatte einen Anwalt, dessen Frau und die Tochter erschossen und war 2004 vom Landgericht Köln zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht bescheinigte dem Täter damals, dass seine nationalsozialistischen Vorstellungen ihn bei der Tat beeinflusst hätten.

Die Bundesregierung zählt den Angaben zufolge derzeit 63 Todesopfer durch rechts motivierte Gewalt. Nach Recherchen von "Tagesspiegel" und der Wochenzeitung "Die Zeit" sind seit der Wiedervereinigung aber mindestens 152 Menschen durch Neonazis oder andere rechts motivierte Straftäter getötet worden. Friedrich sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag", dass Gewaltpotenzial bei Neonazis dürfe nicht kleingeredet werden. dpa
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