Bamberg
Gehirntraining

Heute schon trainiert? So wird Ihr Gehirn fit

Mit täglichen MAT-Übungen bleiben die grauen Zellen auf Trab. Experten erklären, wie's funktioniert.
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Bild 1: Lesen Sie erst selbst und spitzen Sie nicht gleich in die Auflösung! Diese finden Sie am Ende des Artikels.
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Schon Pippi Langstrumpf wusste: Zwei mal drei macht vier, widewidewitt und drei macht neune ... Wie, das ist falsch? Kein Wunder, dass der Text in Pippis Lied weitergeht mit "ich mach mir die Welt, widewide wie sie mir gefällt". Wer richtig rechnen will, dem tut ein wenig Gehirntraining gut: Fünf bis zehn Minuten Denksport am Tag genügen, um die grauen Zellen auf Trab zu bringen.
Das geht nicht nur schneller als ein Waldlauf - es ist auch unterhaltsam und effektiv, wie eine Übungseinheit MAT zeigt. Die Basis dafür schuf der Erlanger Psychologe Siegfried Lehrl, der 1981 gemeinsam mit Kollegen den Ausdruck "Gehirnjogging" prägte. Dieser war mit einem Programm verbunden, das später als "Mentales Aktivierungs-Training" (MAT) bezeichnet wurde.


Auch der Geist braucht Kondition

MAT wurde von der Gesellschaft für Gehirntraining (GfG) entwickelt, einem gemeinnützigen Verein zur Förderung der geistigen Fitness. Sie wurde 1989 von Lehrl mitbegründet. "Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Idee des Gehirntrainings sowie wissenschaftlich anerkannte Methoden und Erkenntnisse zur Steigerung der geistigen Leistungsfähigkeit möglichst vielen Menschen bekannt und zugänglich zu machen", sagt Lehrl, heute Präsident der GfG. Nach eigenen Angaben ist der Verein das größte Forum Deutschlands in Sachen geistiger Fitness.
Die MAT-Methode vereine Erkenntnisse der Informationstheorie, der Intelligenzpsychologie und der Gehirnforschung mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit von Geist und Gedächtnis maximal zu nutzen. "Jeder Mensch kann sein Gehirn trainieren und somit seine eigenen Potenziale zu jedem Zeitpunkt seines Lebens besser ausschöpfen", sagt Lehrl.
"Wir zeigen auf, welche Grundfunktionen nach heutigem Erkenntnisstand trainierbar sind und welche Aufgabentypen die Leistungsfähigkeit effizient erhöhen." MAT sei als Konditionstraining für den Geist zu verstehen: "Geistige Fitness bedeutet ebenso wie körperliche Fitness ein mehr an Lebensqualität."


Einfach in den Alltag einplanen

921 MAT-Trainer wurden bisher durch das Trainer-Kolleg der GfG ausgebildet und halten in ganz Deutschland - und natürlich auch in Franken - Kurse zum Beispiel in Volkshochschulen. Dort kann man lernen, dass sich die Übungen einfach durchführen und leicht in den Tagesablauf einplanen lassen. "Schon fünf bis zehn Minuten tägliches Training erhöhen die Konzentration, verbessern das Gedächtnis und beschleunigen den Denkprozess", bestätigt Friederike Sturm, Autorin zahlreicher Bücher und Übungsmaterialien zum Thema geistige Fitness.
Die Leistungsfähigkeit des Gehirns hänge davon ab, ob es im richtigen Maße gefordert beziehungsweise trainiert werde. Wer sein geistiges Leistungsvermögen erhalten und vielleicht noch ausbauen möchte, müsse also etwas dafür tun. "Um die Synapsen auf Zack zu bringen, muss man kein Dauertraining absolvieren, sondern konsequent jeden Tag üben", sagt Sturm. "Sogar am Wochenende und im Urlaub."
Außer mit "Trockenübungen" geht das auch mit der Methode "Mentales Nordic Walking", einer Kombination aus Gehirnjogging und Nordic Walking. Entwickelt wurde es von den MAT- und Nordic Walking-Trainern Toni und Walter Goth aus Kirchehrenbach (Kreis Forchheim) und Siegfried Lehrl. Basis der Übungen in freier Natur sind - neben der Bewegung - Aufgaben mit Sprechen und Rechnen.


Und jetzt: mitmachen!

Autorin Friederike Sturm stellt im Auftrag der GfG jedes Jahr eine Aufgabensammlung mit "Übungen für mehr geistige Fitness" zusammen. Ein Selbstversuch zeigt: Texte rückwärts lesen oder Bilderrätsel entschlüsseln macht nicht nur Spaß, sondern regt den Geist mit System an. Probieren Sie's mal selbst: mit oben stehenden Aufgaben aus der aktuellen Ausgabe der GfG-Zeitschrift "Geistig fit".

Lösung Bild 1:
Jemand, der etwas tun möchte, findet immer einen Weg.
Jemand, der etwas nicht tun möchte, findet immer eine Ausrede.

Lösung Bild 2: Die gesuchten Wörter beginnen in den dunklen Feldern. Die übrigen Buchstaben ergeben "SCHOENE AUSDAUERNDE".