Berlin
Jahreswechsel

Geld, Mindestlohn, Feiertage: Das ändert sich 2017

Für die Bürger in Deutschland ändert sich im neuen Jahr 2017 vieles - etwa im Haushalt, beim Bezahlen, im Arbeitsleben und beim Arzt. Eine Übersicht:
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Das neue Jahr steht vor der Tür - und damit ändert sich für die Bundesbürger 2017 einiges. Foto: geralt/pixabay.com
Das neue Jahr steht vor der Tür - und damit ändert sich für die Bundesbürger 2017 einiges. Foto: geralt/pixabay.com
Das neue Jahr steht vor der Tür - und damit ändert sich für die Bundesbürger 2017 einiges. Wir haben die wichtigsten Änderungen zum Jahreswechsel zusammengetragen:



Das ändert sich 2017: Geldscheine

Ab dem 4. April soll ein neuer 50-Euro-Schein Fälschern das Leben schwerer machen. Zur Erstausstattung werden insgesamt 5,4 Milliarden Stück gedruckt. Der neue Schein hat unter anderem wie schon der neue 20-Euro-Schein ein Porträt-Fenster als neues Sicherheitsmerkmal. Hält man die Note gegen das Licht, wird das Fenster durchsichtig und man sieht ein Porträt der griechischen Mythengestalt Europa.

Der 50er ist die am häufigsten genutzte Stückelung der Euro-Banknoten und die am zweithäufigsten gefälschte Banknote im Eurosystem.Die alten 50er behalten ihre Gültigkeit, werden aber nach und nach von den Notenbanken der Länder eingezogen.



Das ändert sich 2017: Mindestlohn

Zum neuen Jahr steigt der gesetzliche Mindestlohn um 34 Cent auf dann 8,84 Euro brutto pro Stunde. Alle volljährigen Arbeitnehmer haben Anspruch auf den Mindestlohn.

Auswirkungen auf Minijobs

Auch wenn der Mindestlohn sich für Minijobber erhöht, bleibt die Höchstgrenze für den Verdient bei 450 Euro pro Monat. Wenn man von den Sozialabgaben befreit bleiben möchte, muss man also knapp zwei Stunden weniger im Monat arbeiten.



Das ändert sich 2017: Feiertage

Für Millionen Arbeitnehmer gibt es im Herbst ein besonderes "Geschenk": Der Reformationstag am 31. Oktober 2017 ist zum 500. Jubiläum ausnahmsweise ein bundesweiter, gesetzlicher Feiertag.


Das ändert sich 2017: Kindergeld

Auch die nächste Kindergelderhöhung naht: Ab dem 1. Januar steigt die Familienleistung um zwei Euro auf dann 192 Euro für das erste und das zweite Kind pro Monat. Für ein drittes Kind bekommen Eltern dann 198 Euro, ab dem vierten Kind steigt das Kindergeld auf 223 Euro pro Monat.


Das ändert sich 2017: Telefongebühren

Gute Nachricht für Urlauber: Die Roaming-Gebühren für das Telefonieren und Surfen im EU-Ausland sollen nach den Plänen der EU-Kommission im Juni 2017 abgeschafft werden. Allerdings haben die Pläne noch nicht alle Hürden genommen.



Das ändert sich 2017: Ampel-Regelung

Bislang galten für Fahrradfahrer die Fußgängerampeln, wenn an Ampelkreuzungen kein eigenes Lichtzeichen für Radler vorhanden war. Ab dem 1. Januar 2017 müssen Fahrradfahrer nun die Lichtzeichen für Autos beachten. Sie dürfen also erst mit dem Straßenverkehr die Ampel kreuzen.



Das ändert sich 2017: Lebensversicherungen

Neukunden klassischer Lebensversicherungen müssen sich vom kommenden Jahr an auf einen weiteren Rückgang der garantierten Verzinsung einstellen. Der sogenannte Garantiezins sinkt zum 1. Januar 2017 für neuabgeschlossene Verträge auf 0,9 Prozent - von aktuell noch 1,25 Prozent.



Das ändert sich 2017: Neurentner

Wer ab dem neuen Jahr in Rente geht, muss anstatt 72 Prozent nun 74 Prozent seiner Rente versteuern. Das bedeutet: Nur noch 26 Prozent der Bezüge sind steuerfrei. Die neue Regelung gilt aber nicht für Bestandsrentner, sondern nur für 2017 neu dazukommende Rentner.



Das ändert sich 2017: Grundfreibetrag

Zusätzlich steigt ab dem 1. Januar 2017 das Existenzminimum: Der Grundfreibetrag für Ledige steigt um 168 Euro auf 8.820 Euro. Ehepartnern stehen dann 17.640 Euro zu. Der Fiskus zieht erst Steuern vom Einkommen ab, wenn es oberhalb dieses Betrags liegt. Auch der Kinderfreibetrag soll 2017 auf 4.716 Euro angehoben werden.



Das ändert sich 2017: 30er-Zonen

Die innerhalb geschlossener Ortschaften geltende Höchstgeschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde kann auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert werden, wenn es sich um einen Unfallschwerpunkt oder eine Risikozone handelt. Gemeinden sollen so leichter 30er-Zonen vor Schulen, Kindergärten oder Altenheimen ausweisen können, auch wenn diese an Hauptstraßen liegen.



Das ändert sich 2017: Höhere Sozialabgaben

Die gesetzliche Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen- und Rentenversicherung wird im Jahr 2017 teurer. Laut Stiftung Warentest wird es "konkret für Arbeitnehmer ab mittleren Einkommen teurer, weil die Beitragsbemessungsgrenzen, bis zu denen Sozialabgaben fällig werden, steigen."



Das ändert sich 2017: Fernsehen

Etliche Bürger, die ihr Programm noch über Antenne empfangen, müssen sich im Frühjahr umstellen. In der Nacht zum 29. März 2017 wird das Sendesignal in vielen Regionen vom bisherigen Standard DVB-T auf den neuen Standard DVB-T2 HD umgestellt. Wer dafür nicht vorgesorgt und sich etwa eine zusätzliche Settop-Box besorgt hat, wird dann über das digitale Antennen-Fernsehen keinen Empfang mehr haben.

Mit der Umstellung wird es erstmals möglich sein, Fernsehen über Antenne in HD-Qualität zu empfangen. Bis Mitte 2019 soll die Umstellung bundesweit abgeschlossen sein. In ersten Ballungsgebieten sind sechs Programme in DVB-T2 HD bereits seit Mai im Testbetrieb verfügbar.



Das ändert sich 2017: Kabel-TV

Änderungen gibt es aber auch für etliche Kabel-TV-Kunden. Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia schaltet sein analoges Angebot im Juni 2017 vollständig ab. Ab dem 1. Juni wird das Kabel-TV-Angebot nur noch digital ausgeliefert. Zum Empfang ist dann ein Digital-Empfänger oder ein Flachbildfernseher mit integriertem Kabeltuner nötig. Nach Angaben des Senders nutzen allerdings schon heute 85 Prozent der Kunden das deutlich umfangreichere Digitalangebot.



Das ändert sich 2017: Unterhalt

Wer Unterhalt zahlt, kann diese Aufwendungen steuerlich absetzen. 2017 sind dann maximal 8.820 Euro abziehbar und damit 168 Euro mehr als bisher. Der Empfänger des Unterhaltes darf jedoch nicht über ein nennenswertes eigenes Vermögen oder Einkommen verfügen. Werden Kinder unterstützt, ist eine steuerliche Berücksichtigung nur möglich, wenn man für sie kein Kindergeld beziehungsweise keinen Kinderfreibetrag erhält.



Das ändert sich 2017: Gesundheit

Ab dem 1. Juli übernehmen die Krankenkassen auch die Kosten einer Videosprechstunde mit dem Arzt. Mit dem so genannten E-Health-Gesetz wird dies Angebot Bestandteil der vertragsärztlichen Versorgung. Die Nutzung der Beratung via Internet sei aber kein Muss, sondern für die Patienten freiwillig, betont die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.


Das ändert sich 2017: Rettungsgasse

Auf Autobahnen sowie außerorts auf Straßen mit mindestens zwei Streifen pro Richtung gilt nun: Sobald Autos mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder es Stillstand gibt, müssen sie eine Rettungsgasse zwischen der äußersten linken Spur und der unmittelbar rechts daneben bilden.



Das ändert sich 2017: Pflegestufen

Neu geregelt wird in 2017, wer in welchem Umfang als pflegebedürftig gilt. So sollen auch Hilfsbedürftige mit geistigen oder psychischen Problemen dazukommen. Außerdem wird aus den Pfegestufen neue Pflegegrade. Wer bereits eine Pflegestufe hat, könne darauf vertrauen, weiterhin die gewohnte Pflege oder sogar noch mehr Pflege zu erhalten.


Das ändert sich 2017: Cannabis

Schwerkranke, deren Leiden nicht anders gemildert werden können, sollen laut der Verbraucherzentrale Bayern ab dem Frühjahr 2017 Cannabis auf Rezept bekommen. Die Bedingung ist aber die Teilnahme an einer Studie, die mehr Erkenntnis über die Wirkung von Cannabis bringen soll.


Das ändert sich 2017: Verpackungen

Hersteller müssen ab dem neuen Jahr besser über die Nährwerte ihrer Produkte informieren. So müssen auf allen Produktverpackungen die Angaben zu Brennwert, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Eiweiß, Salzgehalt und Zucker stehen.