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Berlin
Kinderbetreuung

Familienministerin Müller: Studie zum Betreuungsgeld unseriös

Um das Betreuungsgeld ist ein Jahr nach seiner Einführung ein neuer heftiger Streit entbrannt. Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) hält die Untersuchung allerdings für veraltet und unhaltbar.
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in Jahr nach dem Start sehen sich die Gegner des Betreuungsgeldes in ihren Befürchtungen bestätigt. Foto: dpa
in Jahr nach dem Start sehen sich die Gegner des Betreuungsgeldes in ihren Befürchtungen bestätigt. Foto: dpa
Um das Betreuungsgeld ist ein Jahr nach seiner Einführung ein neuer heftiger Streit entbrannt. Laut einer Studie hält das Betreuungsgeld viele Migrantenfamilien und Eltern mit geringer Bildung davon ab, ihre Kleinkinder in eine Kita zu schicken. Bayerns Sozialministerin Emilia Müller (CSU) hält die Untersuchung allerdings für veraltet und unhaltbar. "Eine Studie, die bereits vor der Einführung des Betreuungsgeldes durchgeführt wurde und dessen Wirkung untersuchen soll, ist das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt ist", kritisierte Müller am Montag. "Ich halte das für unseriös."

Der Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut und die Uni Dortmund hatten im Frühjahr 2013 die Eltern von 290 000 Kindern unter drei Jahren angeschrieben und nach ihren Betreuungswünschen befragt. Knapp 119 000 beantworteten einen umfangreichen Fragenkatalog. Das Betreuungsgeld wird seit August 2013 ausbezahlt.
Das Gesetz war im Februar 2013 in Kraft getreten.

Die Kritiker des Betreuungsgeldes sehen sich durch die Ergebnisse der Studie bestätigt: Die Sozialleistung setze falsche Anreize und verhindere die frühkindliche Förderung. Die bayerische CSU, auf deren Druck das Betreuungsgeld eingeführt worden war, wies die Kritik zurück. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer betonte: "Es ist ein fragwürdiges Menschenbild, generell Eltern zu unterstellen, sie könnten ihre Kinder nicht richtig erziehen." Die übergroße Nachfrage zeige, dass das Betreuungsgeld ein Erfolgsmodell sei.

Ein Mitglied der Autorengruppe betonte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa am Montag, die Studie stütze sich nicht auf inzwischen veraltete Daten. Das ganze Jahr 2012 wie auch noch 2013 sei intensiv in der Öffentlichkeit über das Betreuungsgeld diskutiert worden. Mit dem Erhebungsdatum Frühjahr 2013 ließen sich jetzt nicht die detaillierten Aussagen von mehr als 100 000 Eltern relativieren.

Das vom 15. Lebensmonat bis zum dritten Lebensjahr gezahlte Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kleinkinder nicht in eine Kita schicken, beträgt derzeit monatlich 100 Euro. Am 1. August dieses Jahres wird es auf 150 Euro erhöht.