Bamberg
Hochsommer

Die besten Tipps: So überstehen Sie die Hitze

Die Hitzewelle trifft Franken zwar kurz, aber heftig. Damit es in der Wohnung oder im Auto nicht unerträglich wird, haben wir ein paar Tipps für Sie.
Artikel drucken Artikel einbetten

Nicht jeder hat in dieser Woche das erfrischende Glück am Badesee liegen zu können. Doch wie übersteht man die Hitze? Was kann man tun, um sich eine kleine Abkühlung zu verschaffen? Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt.

Der wichtigste Tipp bei Hitze: Trinken, trinken, trinken
Trinken, trinken , trinken - das ist wohl der wichtigste Hitze-Tipp. Ganz besonders Senioren sollten darauf achten. Sie neigen ohnehin dazu, zu wenig zu trinken - und ein Flüssigkeitsmangel ist für sie besonders gefährlich, erklärt Kristina Norman von der Forschungsgruppe Geriatrie der Berliner Charité. Wer den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen nicht ausgleicht, dem kann ganz plötzlich schwindelig werden. Senioren können dann stürzen und sich schwer verletzen.

Wie viel Flüssigkeit nötig ist, ist individuell unterschiedlich. Mindestens eineinhalb Liter am Tag sollten es aber sein. In Sachen Ernährung gebe es ansonsten an heißen Tagen keine besonderen Vorschriften, sagt die Expertin. Wer aber Kaltschalen und Obst verzehrt, isst leicht und nimmt so zusätzliche Flüssigkeit auf.

Kein Sport in der Mittagshitze
Bloß nicht bewegen ist bei dem Sommerwetter nicht unbedingt die richtige Devise. Denn die Hitze macht dem Kreislauf zu schaffen. Leichte Bewegung hält ihn in Schwung. Darauf weist das Evangelische Zentrum für Altersmedizin Potsdam hin. Für manche ist ein bisschen Sport das Richtige, anderen hilft es, einen Spaziergang zu machen oder Kleinigkeiten im Garten zu erledigen. Das sollten sie aber keinesfalls in der Mittagshitze, sondern morgens und abends tun, wenn es frischer ist. Solche Dinge helfen, den Kreislauf stabil zu halten, und lindern auch die Symptome bei Wetterumschwüngen, unter denen viele Senioren leiden.

Alternative für die Klimaanlage
Ohne Klimaanlage kann es schnell zu heiß werden. Eine Alternative kann frisch gewaschene Kleidung sein. Wird der nasse Stoff im Wohnraum getrocknet, entsteht Verdunstungskälte - und die hält zum Beispiel nachts das Schlafzimmer kühler. Dazu rät der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin.

Vier Tipps, um nachts besser zu schlafen bei Hitze
- Tagsüber sollte das Schlafzimmer möglichst kühl gehalten werden. Am besten sollten die Rolläden unten sein und die Gardinen zugezogen werden.
- Vor dem Schlafen nicht zu viel essen. Beim Verdauen entsteht im Körper Wärme.
- Vor dem Zubettgehen nicht kalt sondern lauwarm duschen
- Bettdecke gegen Bettlaken tauschen und nicht zu warm anziehen

Am besten lässt man die Wohnung gar nicht erst zu warm werden. Dafür haben wir folgende Tipps:
- In der Wohnung: Scheint die Sonne ungefiltert durch die Fenster, wird es in den Räumen heiß. Daher werden bereits am Morgen lichtdichte Vorhänge oder Rollläden heruntergelassen. Wärmequellen im Wohnraum heizen diesen zusätzlich auf. Daher sollten alle Geräte im Stand-by-Betrieb sowie ungenutzte Netzteile abgeschaltet sein. Nur nachts und am frühen Morgen lüften. Im Keller sollte sogar gar nicht gelüftet werden. Pflanzen im Zimmer sorgen im Sommer für Abkühlung. Sie verdunsten permanent Wasser und kühlen damit die Wände.

- Im Büro: Hier sollte es nicht mehr als 26 Grad warm sein. Darauf weist das Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (Ifaa) hin. 26 Grad sind ein Richtwert, rechtlich aber nicht bindend. Alles was über 26 Grad hinausgeht, wird bei der Arbeit meist belastend. Um es im Sommer halbwegs angenehm im Büro zu haben, sollte man am besten in den frühen Morgenstunden lüften und die Jalousien ansonsten weitestgehend geschlossen halten. Wenn alles nichts hilft, kann man auch eine Wärmflasche mit kaltem Wasser füllen und etwa zwei Stunden ins Gefrierfach legen. Die "Kaltflasche dann einfach unter die Füße oder in den Nacken legen.

- Im Auto: An heißen Tagen kann der Tank im Auto zur Gefahr werden. Benzin und Diesel dehnen sich bei hohen Temperaturen aus. "Der Kraftstoff kann über die Tanklüftung entweichen und sich im schlimmsten Fall entzünden", sagt Constantin Hack vom ACE. 50 Liter Sprit können sich im Hochsommer um etwa einen Liter ausdehnen. Mindestens umso viel weniger sollten Autofahrer tanken. Wenn die Zapfpistole automatisch kein Benzin mehr gibt, sollte auf keinen Fall mehr Kraftstoff in den Tank gegeben werden.

Im Auto sollte man es mit der Abkühlung nicht übertreiben. Denn beim Aussteigen aus dem kühlen Wagen kann der Kreislauf schlappmachen, wenn einen draußen plötzlich die Hitze trifft. "Da kann es sogar zum Kollaps kommen", sagt Maximilian Maurer vom ADAC.

Aber auch die harmlosere Folge, eine Erkältung, ist ärgerlich genug. Um sie zu vermeiden, empfiehlt Maurer: "Die Differenz zwischen innen und außen sollte nicht größer als sechs Grad sein." Der Wagen verbraucht außerdem mehr Kraftstoff, wenn die Kühlung voll aufgedreht ist. Sie ganz abzuschalten, ist aber auch nicht ratsam: Denn sie kühle nicht nur, sondern trockne zusätzlich die Luft, erklärt Achelis. "Ist die Luft trockener, ist das Klima sofort angenehmer, auch wenn die Temperatur vielleicht gar nicht gesunken ist."

Steht der Wagen länger in der Sonne, heizt er sich schnell auf. Dann wird es im Inneren schnell deutlich heißer als draußen. In diesem Fall gelten laut Maurer andere Regeln: Dann dürfe die Klimaanlage ruhig in den ersten Fahrminuten auf höherer Stufe laufen. Außerdem sei es hilfreich, sie auf Umluft zu stellen. Dann kühlt sie die bereits gekühlte Luft im Innenraum immer wieder neu. Nach ein paar hundert Metern sollte das Gerät aber wieder normal arbeiten, weil sonst keine frische Luft in den Innenraum strömt. Wer keine Klimaanlage hat, sollte ein Fenster vorne und ein Fenster hinten einen Spalt öffnen. Beim Fahren entstehe so ein angenehmer Durchzug.
Am besten kommt die Hitze aber gar nicht erst ins Auto. Deshalb sollten die Scheiben des Wagens abgedeckt sein, während er parkt: "Schatten produzieren", nennt Maurer das. "Die Fensterflächen sind heute sehr groß", erläutert er. Durch die einfallende Sonne könnten Lenkrad, Armaturen und Sitze leicht 80 bis 90 Grad heiß werden.

Ein bisschen Rücksicht sollten Fahrer im Sommer auch auf die Technik des Autos nehmen, sagt der ADAC-Experte. Das gilt vor allem, wenn zur Hitze auch noch Steigung und viel Gepäck kommen. Dann fehlt der Fahrtwind, und der Motor kann schnell heiß werden. "Wenn der Motor in so einem Fall kurzfristig zu warm wird und die Warnleuchte angeht, sollte man rechts ran fahren", rät Maurer. Im Stehen bleibt der Motor am besten noch etwa eine Minute im Leerlauf an, damit das Kühlwasser weiterläuft. Ist allerdings ein geplatzter Kühlwasserschlauch die Ursache für den heiß gelaufenen Motor, müsse der Wagen sofort ausgeschaltet werden.

Wer aus Angst vor einem steigenden Reifendruck vorsorglich Luft aus den Reifen lässt, sobald es wärmer wird, macht aber einen Fehler. Denn dann sei zu wenig Luft im Reifen, sobald es abends kühler wird, warnt Maurer. "Und zu wenig Luft ist viel schlimmer als zu viel."

Bei Fahrten im Cabrio muss der Kopf vor der Sonne geschützt werden. "Auch wenn es nicht wahnsinnig schön aussieht", sagt Achelis. Sonst könnte sogar eine Hirnhautentzündung drohen. Viel trinken ist der Ratschlag Nummer eins für schwitzende Autofahrer. "Das sollte dann aber nicht etwas Quietschesüßes sein", sagt Burkhard Rieke vom Deutschen Fachverband Reisemedizin. Die Flasche ist am besten aus Plastik, ergänzt Maurer. Glasflaschen könnten bei einer Vollbremsung zu gefährlichen Geschossen werden. Neben ausreichend Wasser sollten Fahrer ihrem Körper im Sommer auch Salz zurückgeben, rät Rieke. "Also ruhig mal zwischendurch ein Brötchen mit Schinken essen."

Auch regelmäßige Pausen sind während einer Autofahrt im Sommer wichtig. Um sich von der Hitze im Wagen zu erholen, sollten Fahrer aber nicht gerade auf einem Berg halten, wo es schnell allzu frisch auf dem Rastplatz wird. "Man hat ja geschwitzt für die Temperatur im Auto und nicht für die oben an irgendeinem Gebirgsbach", warnt Rieke. Und bevor sich Fahrer auf dem Weg in den Urlaub am Ende noch eine Erkältung einfangen, ist ein wenig Schwitzen wohl das kleinere Übel.

- Im Garten: Wer mittags gießt, verbrennt seine Pflanzen. Denn Wassertropfen auf den Pflanzen wirken in der Sonne wie Brenngläser. Außerdem kann während der Mittagszeit 90 Prozent der Feuchtigkeit nach dem Beregnen einer Rasenfläche wieder verdunsten. Am Morgen werden dem Boden laut Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) nur 25 bis 30 Prozent entzogen. Die beste Zeit zum Gießen ist laut dem Bundesverband Einzelhandelsgärtner (BVE) zwischen 3.00 und 4.00 Uhr morgens. Dann hat der Boden seine maximale Abkühlung erreicht. Aber natürlich geht es auch noch gut ein paar Stunden später.

- Auf dem Balkon: Sonnenschirme spenden nicht nur Schatten, sie schützen auch vor einem Sonnenbrand. Der Licht- oder UV-Schutzfaktor des Stoffs liegt am besten zwischen 60 und 80, rät Gerd Engelhardt vom Tüv Rheinland. Hierbei handelt es sich um spezielle UV-Schutz-Textilien. Laut der Deutsche Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention kann ein üblicher Sonnenschirm nur einen Schutzfaktor von 5 haben. Zum Vergleich: Das Laub von Bäumen schafft einen Wert zwischen 5 und 15, ein leichtes weißes Shirt 10 und dicht gewebte, dunklere Baumwollkleidung über 20.

- Im Haus: Frisch gewaschene Kleidung ist eine alternative Klimaanlage: Wird der nasse Stoff im Wohnraum getrocknet, entsteht Verdunstungskälte - und die hält zum Beispiel nachts das Schlafzimmer kühler. Dazu rät der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Berlin. An heißen Sommertagen ist es außerdem gut, bereits am Morgen lichtdichte Vorhänge oder Rollläden herunterzulassen. Scheint die Sonne ungefiltert durch die Fenster, wird es in den Räumen heiß. Gelüftet wird nur nachts und am frühen Morgen.

- Im Park: Auch fleischlose Lebensmittel wie Käse und Gemüse lassen sich prima grillen. Neben speziellem festen Grillkäse kann auch Weichkäse auf den Rost. Darauf weist die Landesvereinigung der Bayerischen Milchwirtschaft hin. Dafür wird der Weichkäse einfach in Alufolie gepackt - und mit weiteren Zutaten aufgepeppt. So lässt sich die Käsesorte Romadur mit vorgegarten Kartoffelhälften verpacken. Ein weiterer Tipp der Experten: Blauschimmelkäse mit Fenchel und Birne im Alupäckchen grillen. Für einen vegetarischen Spieß werden Käse, vorgekochte Kartoffeln, Zucchini, Kräuterseitlinge, Netzmelone und Datteln in Stücke geschnitten, abwechselnd aufgespießt.

- Unterwegs: Grundsätzlich gilt im Sommer, die Augen vor UV-Strahlen zu schützen. Aber dunklere Gläser bei Sonnenbrillen sind nicht zwangsläufig sicherer. Denn die Tönung entscheidet über den Blend-, nicht aber über den UV-Schutz. Wichtig ist deshalb, vor dem Kauf zu prüfen, ob die Brille ein CE-Kennzeichen hat, das in Europa Pflicht ist. Mit dieser Kennzeichnung gibt der Hersteller an, dass die Brille einen UV-Schutz für Licht von einer Wellenlänge bis 380 Nanometer hat, erklärt die Stiftung Warentest. Allerdings kann schädliches Licht bis 400 Nanometer reichen. Eine zusätzliche Kennzeichnung UV400 gibt an, dass Strahlen bis zu dieser Wellenlänge blockiert werden.

Auch die Haut braucht dringend Schutz vor den Strahlen. Das gilt ganz besonders für die empfindliche Haut von Kindern. Eltern verwenden für ihr Baby am besten Sonnencreme mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30. Beim Eincremen gilt: Besser zu dick als zu dünn. Sonnencreme für Babys sollte weder Farbstoffe noch Konservierungsmittel oder allergieverdächtige Duftstoffe enthalten. Diese Anforderungen erfüllen etwa Produkte mit dem Siegel der Deutschen Haut- und Allergiehilfe (DHA). Direkte Sonne ist für Babys tabu: Bei Spaziergängen schützen Eltern ihr Baby mit entsprechender Kleidung, Hütchen und Sonnenbrille, empfiehlt die DHA.

Hitze: Wie zieht man ein Baby an?
Doch an heißen Sommertagen schwitzen auch schon die Kleinsten, sagt die Hebamme Anne Rickermann vom St. Sixtus-Hospital in Haltern am See. "Auch Säuglinge sollte man ruhig luftig kleiden." Tagsüber sei ein Body mit kurzen Ärmeln gut. Babys, die jünger als sechs Wochen sind, sollten außerdem dünne Baumwollsöckchen tragen. "Sie bekommen schnell kalte Füße und davon Bauchschmerzen", erklärt Hebamme Juliane Martinet aus Karlsruhe. In warmen Nächten tragen Säuglinge am besten einen Body - eventuell mit langen Ärmeln - und einen dünnen Schlafsack aus Baumwolle. Mütter und Väter fühlen im Nacken des Babys, ob es schwitzt. Nackt schlafen sollten sie allerdings nicht, da sonst der Bauch zu kalt wird. Außerdem sollte im Zimmer immer frische Luft sein, das Fenster darf ruhig gekippt sein. Aber: Zugluft ist gar nicht gut für Neugeborene, davon bekommen sie schnell eine Bindehautentzündung.


Wie schützen sich Schwangere im Büro gegen die Hitze?
Schwangere sollten weder nur sitzen oder stehen, erklärt Gabi Bauer vom Hebammenverband Rheinland-Pfalz.
Die Bewegung ist wichtig für die Blutzirkulation. "Wenn es sehr warm wird, bekommen Schwangere leicht dicke Hände und dicke Füße", sagt Bauer. Dagegen kann schon das Wippen mit den Füßen unter dem Schreibtisch helfen. Zwischendurch einmal die Beine hochlegen entlastet die Gefäße.

Auch für Schwangere ist viel Flüssigkeit bei hohen Temperaturen enorm wichtig. Am besten trinken sie Wasser. Trotz des erhöhten Kalorienbedarfs sollten werdende Mütter in der Mittagspause eher leichte Kost zu sich nehmen. "Lieber ein Salat als das deftige Steak", rät Bauer für heiße Arbeitstage. Sie verbrauchen sonst zusätzlich Energie, um das schwere Essen zu verdauen. In der Kaffeeküche können sich Beschäftigte kaltes Wasser über die Handgelenke laufen lassen. Ebenso helfen kühle Tücher um die Waden oder Fußknöchel.

Wird die Hitze unerträglich oder bereitet der Kreislauf ernste Sorgen, sollten Schwangere in der nächsten Apotheke oder bei einer Hebamme den Blutdruck messen lassen - oder gleich zum Arzt gehen. "Wenn es gar nicht mehr geht, muss man eben vorübergehend zu Hause bleiben", sagt Bauer. Dort hilft dann meist eine kühle, aber nicht kalte Dusche - und das Hochlegen der Beine auf dem Sofa.


Wie schützt man Elektrogeräte vor der Hitze?
Ein unbedarftes Sonnenbad schadet nicht nur der Haut, sondern auch der mobilen Hardware. "Empfindliche Flüssigkeitskristalle im Display können dadurch beschädigt werden, auch das Kunststoffgehäuse droht bei starker Erhitzung zu schmelzen", erklärt Marc Thylmann vom IT-Branchenverband Bitkom in Berlin. Bei hohen Temperaturen verliert der Akku seine Leistungsfähigkeit, im schlimmsten Fall droht sogar der Hitzetod - ein Komplettausfall des Telefons.

Lisa Brack von der Zeitschrift "Chip" in München warnt: "Setzten Sie das Display oder den Touchscreen länger den Sonnenstrahlen aus, kann sich der Bildschirm verflüssigen, und ein Flimmern macht es unlesbar - teilweise nur vorübergehend, teilweise aber auch mit irreparablen Schäden."

Das Handy sollte stets im Schatten oder an kühlen Orten gelagert werden - keinesfalls auf dem Armaturenbrett. Denn im Hochsommer kann sich der Innenraum des Autos auf bis zu 70 Grad erhitzen, ähnlich wie in einer Sauna. Bei unvermeidbarer Hitze schaltet man das Gerät am besten aus. Ist das Handy doch zu heiß geworden, sollte man es langsam abkühlen lassen und auf keinen Fall in den Kühlschrank legen.

Ebenfalls ein Problem im Sommerurlaub: Sand. Er kann Tasten blockieren oder die Ladeverbindung verstopfen. "Die Sandkörner sollten vorsichtig mit einem Pinsel, leicht feuchten Tuch oder Schwamm entfernt werden", rät Bitkom-Sprecher Thylmann. Auch Zahnstocher helfen. Mancher Staubsauger hat zudem einen kleinen Aufsatz für Tastaturen.

Ist das Gerät starken Temperaturwechseln ausgesetzt, kann dies zu Rissen im Display führen. Schutz bietet eine warme Umgebung: "Tragen Sie das Handy in einer Innentasche nah am Körper oder warm eingehüllt im Rucksack oder in der Umhängetasche", rät Brack. Nach dem Ausflug in die Kälte sollte man das Gerät langsam bei Zimmertemperatur erwärmen. Sonst könnte sich Kondenswasser bilden.

Flüssigkeiten und Elektronik - das verträgt sich nicht. Doch was tun, wenn das Handy ins Meer, Weinglas oder die Badewanne fällt? Thylmann rät, Akku, SIM-Karte und Speicherkarten sofort zu entnehmen, das Gerät zu trocknen - und dann schnell zu einem Fachmann gehen. Auch kleine Wassermengen sind nicht zu unterschätzen, wie Dirk Waasen, Chefredakteur der Zeitschrift "Connect", betont: "Ein Wasserschaden kann zum Kurzschluss oder zur Oxidation der Elektronik führen und ist generell von der Garantieleistung ausgenommen."
Ein Sonderfall sind zuckerhaltige Getränke wie Cola. Schüttet der Besitzer solch klebrige Flüssigkeiten übers Gerät, kann es helfen, die Platine in Ethanol zu legen. "Aber Vorsicht: Das ist wirklich nur was für geübte Bastler", warnt Lisa Brack.

Ob durch Hitze oder Stürze: Wenn die Schale kaputtgeht, kann man diese bei vielen älteren Geräten selbst austauschen. Bei modernen Smartphones bleibt meist nur der Weg zum Handyreparaturdienst oder zum Geschäft. Ähnliches gilt bei zerkratzten Displays: "Bei nicht zu großen Kratzern hilft Displaypolitur weiter, bei tiefen rettet aber nur der Austausch des Displays", sagt Waasen. Zur Vorbeugung ist eine Schutzfolie ratsam - die gibt es passgenau für jedes Modell.

Nicht nur Gehäuse und Display können leiden. Wer sich aufs Handy setzt, zieht oft die Tastatur in Mitleidenschaft. "Im Internet kann man sich neue Tastaturmatten bei Zubehörhändlern bestellen", sagt Handyexpertin Brack.

Wenn das Smartphone auf den Boden knallt und die Anzeige erlischt, kann der Nutzer nicht viel tun - außer einen kompletten Neustart zu versuchen, wie Brack erläutert: "Akku rausnehmen, wieder einsetzen und versuchen, das Handy in Gang zu bringen."


dpa/dvd/van
Foto: 
inFrankenPix-User JReiss94



.