Frankfurt am Main

Bundesliga: Neuer Verteilschlüssel berücksichtigt Jugendarbeit und Nachhaltigkeit

Die DFL hat sich einen neuen Verteilschlüssel überlegt. Von 2017 bis 2021 erhalten die 36 Profivereine ihr Geld auf Grundlage eines Vier-Säulen-Modells.
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Der neue Verteilschlüssel der DFL richtet sich auch danach, wie die Profivereine den Nachwuchs fördern und wie nachhaltig sie der Bundesliga angehören. Durch den Rekordabschluss wird es aber grundsätzlich für alle Teams - auch für Zweitligisten wie St. Pauli udn Düsseldorf (hier im Bild) - mehr Geld geben. Foto: Axel Heimken/dpa
Der neue Verteilschlüssel der DFL richtet sich auch danach, wie die Profivereine den Nachwuchs fördern und wie nachhaltig sie der Bundesliga angehören. Durch den Rekordabschluss wird es aber grundsätzlich für alle Teams - auch für Zweitligisten wie St. Pauli udn Düsseldorf (hier im Bild) - mehr Geld geben. Foto: Axel Heimken/dpa
Die Deutsche Fußball Liga schüttet die Rekord-Medienerlöse in den Spielzeiten 2017/18 bis 2020/21 auf Grundlage eines Vier-Säulen-Modells an die 36 Profivereine aus. Dies hat das DFL-Präsidium einstimmig beschlossen. "Trotz teilweise höchst unterschiedlicher Interessen konnte ein Weg gefunden werden, der Leistungsprinzip und Solidarität weiter miteinander verbindet", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball am Donnerstag bei der Vorstellung des neuen Verteilerschlüssels in Frankfurt. "Der Solidaritätsgedanke stand keine Sekunde zur Debatte. Er wird weiterhin ein Markenzeichen der Bundesliga sein."

Keine Berücksichtigung fanden die Vorschläge des Teams Marktwert, dass eine Berücksichtigung von Kriterien wie Anzahl der Fans und Einschaltquoten gefordert hatte. "Wir haben uns intensiv mit diesem Modell beschäftigt. Das waren wir den Clubs gegenüber schuldig, die sich so intensiv damit beschäftigt haben", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Man wolle aber nicht den Begriff Tradition strapazieren, "sondern belohnen, wer tatsächlich in den vergangenen 20 Jahren mitgeholfen hat, die Bundesliga großzumachen."


Arbeitsgruppe definiert vier Kategorien

Die Verteilung der TV-Milliarden erfolgt künftig auf der Basis von vier Säulen, die in die Kategorien "Bestand" (70 Prozent), "Sportliche Nachhaltigkeit" (5 Prozent), "Nachwuchs" (2 Prozent) und "Wettbewerb" (23 Prozent) unterteilt sind. "Es gab in den vergangenen Monaten viele verschiedene Positionen, aber diese Positionen waren nicht miteinander vereinbar. Unsere Arbeitsgruppe hat sich von diesen Diskussionen gelöst und bei Null begonnen", berichtete Seifert.

Von den internationalen Erlösen werden 25 Prozent gleichmäßig auf alle 18 Bundesligisten verteilt und weitere 50 Prozent anhand einer Fünf-Jahres-Wertung mit Blick auf das Abschneiden der Vereine in Europa ausgeschüttet. Die Verteilung der restlichen 25 Prozent basiert auf den Starts in der Champions League und Europa League in den vergangenen zehn Jahren. Jede Teilnahme bringt einen Punkt.


Rekordeinnahmen lassen Kassen klingeln

Damit die 2. Bundesliga nicht leer ausgeht, fließen in der kommenden Saison fünf Millionen Euro aus diesem Topf ins Unterhaus. Dieser Betrag erhöht sich in den folgenden Spielzeiten um jeweils eine Million Euro. "Dank Rekorderträgen aus der im Sommer erfolgten Ausschreibung der nationalen Medienrechte können alle Clubs mit erheblichen zusätzlichen Einnahmen kalkulieren", sagte Rauball.

Die DFL hatte im Juni den bislang werthaltigsten Fernsehvertrag der Bundesliga-Geschichte abgeschlossen. Danach erhalten die deutschen Proficlubs ab der Saison 2017/18 für die Laufzeit von vier Jahren insgesamt 4,64 Milliarden Euro für den Verkauf ihrer nationalen Medienrechte. Pro Saison kann dadurch erstmals mehr als eine Milliarde Euro (1,16) an TV-Geldern an die 36 Vereine der 1. und 2. Bundesliga verteilt werden.

Bislang flossen diese Erlöse zu 80 Prozent an die Erstliga- und zu 20 Prozent an die Zweitliga-Clubs. Jeder Verein erhielt einen festen Sockelbetrag sowie einen streng erfolgsabhängigen Anteil. Dieses System wurde nun modifiziert. "Die Tabelle soll nicht zementiert, sondern der Wettbewerb intensiviert werden", sagte Seifert.