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Berlin
Notfall

Debatte um Todesschuss der Polizei hält an - andere Waffen?

Zwei Tage nach dem tödlichen Schuss eines Polizisten auf einen 31 Jahre alten Berliner hält die Debatte um die Rechtmäßigkeit des Polizeieinsatzes an. In zahlreichen Foren und Medienkommentaren kritisieren Bürger und Experten - teils anonym - den Schützen und dass er auf den Brustkorb und nicht die Beine gezielt habe.
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Eine Polizeibeamtin sichert den Tatort am Neptunbrunnen vor dem Roten Rsthaus in Berlin. Ein Mann hat sich hier selber mit einem Messer verletzt und wurde von einem Polizisten angeschossen. Der Mann ist seinen Verletzungen erlegen. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Eine Polizeibeamtin sichert den Tatort am Neptunbrunnen vor dem Roten Rsthaus in Berlin. Ein Mann hat sich hier selber mit einem Messer verletzt und wurde von einem Polizisten angeschossen. Der Mann ist seinen Verletzungen erlegen. Foto: Kay Nietfeld/dpa
Nach Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) sprang ihm auch der frühere grüne Justizsenator Wolfgang Wieland in der "Bild am Sonntag" bei: "Dem Polizisten ist wohl kein Vorwurf zu machen, er ist durch den Ausgang der Geschichte sehr gestraft."

Der Beamte hatte den nackten und verwirrt wirkenden Mann am Freitagmorgen im Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus in Berlin erschossen, nachdem dieser zunächst sich selbst und dann ihn mit einem Messer angegriffen hatte. Der 31-Jährige starb an einem Lungenschuss.

Ob der Polizist in Notwehr handelte, wird noch geprüft. Er wollte den Mann nach Angaben der Staatsanwaltschaft zunächst beruhigen und aus dem Brunnen holen. Die Mordkommission des Berliner Landeskriminalamts ermittelt nach dem Todesschuss gegen den Polizisten wegen Totschlags.

Auch die Frage, ob wirklich scharf geschossen werden musste, um den Mann zu stoppen, gerät zunehmend in den Fokus.
"Generell sollte dieser Fall die Diskussion starten, inwieweit bei solchen Fällen andere Hilfsmittel wie Pfefferspray zum Einsatz kommen sollten", sagte Wieland dem Blatt. Henkel sprach sich in der "B.Z. am Sonntag" dafür aus, die Polizei mit Elektroschock-Pistolen, sogenannten Tasern, auszustatten. Sie seien trotz Risiken ein vergleichsweise mildes Mittel.

In dem Zusammenhang kritisierte der Brandenburger Landtagsabgeordnete und frühere Polizeihauptkommissar Jürgen Maresch (Die Linke) die Debatte um ein Verbot von Pfefferspray nach den 1.-Mai-Demonstrationen. "Der Polizei auch noch das Pfefferspray wegzunehmen, wie es SPD, Grüne und auch meine Partei die Linke in Berlin verlangen, ist fachlich falsch und nicht begründbar. De facto ist dieses Pfefferspray die einzige Distanzwaffe". dpa
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