Affing
Naturkatastrophe

Aufräumarbeiten nach Tornado in Schwaben dauern an

Mit einer enormen Wucht hat der Tornado an Christi Himmelfahrt über Schwaben gewütet und schwere Schäden hinterlassen. Die Hilfsbereitschaft der Menschen in der betroffenen Region reißt seitdem nicht ab.
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Die Schäden, die der heftige Sturm verursacht hat, sind verheerend.  Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Die Schäden, die der heftige Sturm verursacht hat, sind verheerend. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Nach dem Tornado, der am Donnerstag über Teile Schwabens hinwegfegte, dauern die Aufräumarbeiten auch am Wochenende an. Zahlreiche Baufirmen und freiwillige Helfer waren am Samstag im Einsatz, um die Betroffenen zu unterstützen, wie eine Sprecherin des extra eingerichteten Bürgertelefons im Landratsamt Aichach-Friedberg sagte. "Der Strom an Freiwilligen reißt nicht ab." Nun gelte es, Geräte, Fahrzeuge oder Lagermöglichkeiten für Bauschutt zu koordinieren.

Besonders gefragt seien Handwerker wie Dachdecker und Glaser, sagte die Sprecherin. Aber auch Statiker seien im Dauereinsatz. "Es wuselt hier." Man müsse gar nicht groß telefonieren, um Helfer zu finden.
Auch am Sonntag sollen die Arbeiten weitergehen.

"Wahnsinns-Hilfsbereitschaft"

Die Straßen in dem betroffenen Gebiet waren bereits am Freitag wieder befahrbar, sagte Landratsamtssprecher Wolfgang Müller am Samstag. An einigen Häusern werde noch aufgeräumt, an anderen hätten bereits Reparaturen und Wiederaufbau begonnen. "Es ist unglaublich", sagte Müller. "Einerseits die Schäden und die Dramen, die sich teilweise abspielen - auf der anderen Seite diese Wahnsinns-Hilfsbereitschaft."

Für die Kinder der betroffenen Familien, aber auch der freiwilligen Helfer hat die Gemeinde Affing am Wochenende eine Kinderbetreuung in einer Kita angeboten. Zudem sollen ab der kommenden Woche die Öffnungszeiten in der Kita abends um eine Stunde verlängert werden.

Schäden von mehr als 40 Millionen Euro vermutet

Etwa 180 Häuser waren allein im Landkreis Aichach-Friedberg bei dem Tornado beschädigt worden, etliche sind nun unbewohnbar. Einige Gebäude wurden bis auf die Grundmauern zerstört. Sieben Menschen wurden bei dem Sturm leicht verletzt, zwei weitere bei den Aufräumarbeiten, bilanzierte Müller.

Landrat Klaus Metzger (CSU) hatte die Sturmschäden am Freitag auf rund 40 Millionen Euro beziffert. Auch im benachbarten Kreis Augsburg wütete der Tornado und hinterließ schwere Schäden. Dem Wetterdienst zufolge hatte der Sturm eine Spitzengeschwindigkeit von rund 250 Stundenkilometern.
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