Nürnberg
Statistik

Arbeitslosenzahlen: Weiter Rekordtief in Deutschland

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern in im August um 0,2 Prozent gestiegen. Dennoch bleibt die Quote auf einem Rekordtief.
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Symbolbild: Alexander Prautzsch, dpa
Symbolbild: Alexander Prautzsch, dpa
Trotz der wachsenden Erwerbslosigkeit von Flüchtlingen und der Sommerpause bleibt die Arbeitslosigkeit in Deutschland auf Rekordtief. Mit 2,684 Millionen Jobsuchern registrierte die Bundesagentur für Arbeit (BA) die niedrigste August-Arbeitslosigkeit seit 25 Jahren, wie die Behörde am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Das waren 23.000 Erwerbslose mehr als im Juli, aber 111.000 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 6,1 Prozent.

Die Zahl der Arbeitslosen in Bayern ist im August auf knapp 250.000 gestiegen. Das waren etwa 13.000 Erwerbslose mehr als im Juli, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte.

"Der Arbeitsmarkt insgesamt hat sich weiter gut entwickelt", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Jahreszeitlich bedingt sei die Zahl der erwerbslosen Männer und Frauen zwar gestiegen, saisonbereinigt aber gesunken: Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl ging im Vergleich zum Juli um 7000 auf 2,675 Millionen zurück. Gleichzeitig sei die Nachfrage nach Arbeitskräften - gemessen an Beschäftigung und gemeldeten Stellen - weiterhin hoch.

Sommerpause ist Grund für Zunahmen

Hauptursache für die Zunahme bei der Arbeitslosigkeit ist nach BA-Angaben die andauernde Sommerpause. Viele Schulabgänger melden sich zur Jahresmitte vorübergehend arbeitslos, und zahlreiche Betriebe warten mit Neueinstellungen bis nach den Ferien. Im Vergleich zu den Vorjahren sei die Entwicklung aber besser: Im Schnitt der vergangenen drei Jahre stieg die Arbeitslosigkeit im August um 28.000 Erwerbslose.

Die Erwerbstätigkeit und die Zahl der Menschen mit regulärem Job sind weiter gewachsen. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Juli saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 39.000 auf 43,71 Millionen. Das waren 535.000 mehr als im Vorjahr. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte nach Hochrechnung der BA von Mai auf Juni saisonbereinigt um 4000 zu. Mit 31,39 Millionen Menschen lag die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 614.000 im Plus.

Und die Nachfrage nach neuen Mitarbeitern ist weiterhin sehr hoch. Im August waren 685.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet - das waren 89.000 mehr als vor einem Jahr.

Es braucht mehr als warme Worte

Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, appelliert in einer Pressemitteilung an die Arbeitgeber, ihre Zusagen an die Menschen mit Fluchthintergrund einzuhalten. "Für eine dauerhafte, qualifikationsadäquate Integration braucht es mehr als ein paar warme Worte und den ein oder anderen Praktikumsplatz. Die Arbeitgeber sind in der Verantwortung, auch denjenigen mit Qualifikationsbedarf und noch laufendem Spracherwerb Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu gewähren."

Jena verweist zudem auf die nach wie vor ungenügende Integration von Langzeitarbeitslosen. "Um die Dynamik am derzeitigen Arbeitsmarkt voll nutzen zu können, brauchen wir mehr Aufwärtsmobilität in den Betrieben. Jetzt ist es an der Zeit, in betriebliche Fort- und Weiterbildung zu investieren. Dies nutzt sowohl den bereits Beschäftigten, als auch jenen ohne Arbeit. Dadurch können Arbeitsplätze frei werden, von denen auch weniger qualifizierte Menschen, wie Geflüchtete und Langzeitarbeitslose, profitieren." Mit Programmen wie WeGeBau stehen geeignete Instrumente zur Verfügung, die laut Jena intensiver genutzt werden müssten.