Dresden
Demonstration

Anti-Pegida: Konzert vor der Dresdner Frauenkirche mit BAP und Grönemeyer

Bei Anti-"Pegida"-Protesten haben am Montag wieder Zigtausende Menschen einen Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gesetzt. Die Protestaktionen der islamfeindlichen Bewegung selbst fielen eher kläglich aus.
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Die Dresdner Altstadt mit dem Albertinum (l-r), der Hochschule für Bildende Künste, der Frauenkirche und dem Ständehaus ist am 26.01.2015 in Dresden (Sachsen) mit besonderem Licht bestrahlt. Anlass ist ein Bürgerfest für Weltoffenheit und gegen das Image als Pegida-Hochburg. Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Die Dresdner Altstadt mit dem Albertinum (l-r), der Hochschule für Bildende Künste, der Frauenkirche und dem Ständehaus ist am 26.01.2015 in Dresden (Sachsen) mit besonderem Licht bestrahlt. Anlass ist ein Bürgerfest für Weltoffenheit und gegen das Image als Pegida-Hochburg. Foto: Sebastian Kahnert/dpa
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Bei Anti-"Pegida"-Protesten haben am Montag wieder Zigtausende Menschen einen Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gesetzt. Die Protestaktionen der islamfeindlichen Bewegung selbst fielen eher kläglich aus.

Bei Protesten gegen die islamfeindliche "Pegida"-Bewegung sind am Montagabend wieder Zigtausende auf die Straße gegangen. In Dresden setzten mehrere Zehntausend Menschen ein Zeichen für die Weltoffenheit ihrer Stadt: Bei einem Open-Air-Konzert vor der Frauenkirche unter dem Motto "Offen und bunt" standen sie dicht gedrängt vor der Frauenkirche. Auf dem Frankfurter Römerberg demonstrierten nach Polizeiangaben rund 10.000 "Pegida"-Gegner friedlich für Demokratie und Menschenrechte. Die etwa 60 "Pegida"-Anhänger dort gaben ihren Plan, durch die Innenstadt zu ziehen, auf. In Dresdner standen unter anderem Auftritte von Herbert Grönemeyer und BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken sowie von den Bands Keimzeit und Silly auf dem Programm. Auch der Dresdner Schauspieler und Sänger Jan Josef Liefers war angekündigt. Das Konzert, an dem 250 Künstler beteiligt waren, wurde vom Verein "Dresden - Place to be" initiiert, der sich seit 2014 für ausländische Arbeitnehmer und Studenten einsetzt, die zeitweilig oder endgültig in Dresden leben.

Das Bündnis aus Dresdner Bürgern und Künstlern reagierte damit auf die seit Wochen anhaltenden "Pegida"-Demonstrationen. Erst am Sonntag hatte die asylfeindlichen Bewegung dort nach Polizeiangaben 17.300 Menschen zu einer Demonstration versammelt.

In Frankfurt erklärte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) vor zehntausend Bürgern auf dem Römerberg, in der Stadt, die Menschen aus 170 Nationen und 200 Sprachen eine Heimat biete, sei kein Platz für Rassismus, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Hass zwischen den Religionen. Im Stadtzentrum versammelten sich zeitgleich etwa 60 Anhänger der islamfeindlichen Bewegung "Pegida".

Eier und Stöcke geflogen

Nach Angaben eines Frankfurter Polizeisprechers verzichteten die "Pegida"-Sympathisanten allerdings freiwillig auf ihren geplanten "Spaziergang" durch die Innenstadt, da ihnen etwa 3.000 linksgerichtete Gegendemonstranten gegenüberstanden. Vereinzelt sei es zu Rangeleien gekommen und es seien Eier und Stöcke geflogen, so der Sprecher. Mehrere Demonstranten seien festgenommen worden.

Auch in Berlin gingen Gegner und Anhänger der islamfeindlichen "Pegida"-Bewegung auf die Straße gegangen. Nach Angaben der Polizei versammelten sich in der Nähe des Berliner Hauptbahnhofes rund 1.100 Menschen, die gegen einen zeitgleich stattfindenden Aufzug des Berliner "Pegida"-Ablegers "Bärgida" protestierten. Dazu kamen nach Polizeiangaben rund 550 Anhänger.

In zahlreichen anderen Städten fanden am Montagabend ebenfalls Anti-"Pegida"-Proteste wie auch Kundgebungen der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands" selbst statt. In Bremen demonstrierten nach Polizeiangaben trotz Nieselregens rund 7.000 Menschen für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit. In Hannover protestierten ebenfalls Tausende gegen die Gruppe "Hagida", einen Ableger der islamfeindlichen "Pegida"-Bewegung.

Auch im Rheinland gab es Anti-"Pegida"-Proteste: In Düsseldorf und Duisburg demonstrierten jeweils rund 900 Menschen gegen die islamfeindliche Gruppierung. Die 'Pegida'-Bewegung brachte in Duisburg etwa 250 Menschen auf die Straße. Es war dort der zweite Pegida-Marsch. Zur überwiegend aus Rechtsextremen Düsseldorfer "Dügida"-Demonstration in Düsseldorf kamen rund 100 Sympathisanten. In beiden Städten kam es zu erheblichen Beeinträchtigungen des Öffentlichen Personennahverkehrs. Die Polizei in beiden Städten war mit starken Kräften jeweils vor Ort, um Zusammenstöße der Demonstrantengruppen zu verhindern.

Rund 4.500 Menschen protestierten nach Veranstalterangaben in Braunschweig gegen den "Pegida"-Zweig "Bragida". Am Rande des Platzes versammelten sich unterdessen laut Polizei rund 250 "Bragida"-Unterstützer. In Magdeburg waren es rund 2.000 Menschen, die gegen "Pegida" protestierten; während "Pegida" nach Polizeiangaben etwa 800 Sympathisanten mobilisierte.