Dortmund
Sprengstoff-Anschlag

Anschlag auf BVB-Bus - Was wir wissen und was nicht

Gegen einen Verdächtigen ist mittlerweile Haftbefehl erlassen worden. Was wir sonst noch über den Anschlag wissen - und was nicht.
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Fußball Champions League: Viertelfinal-Hinspiel, Borussia Dortmund - AS Monaco am 12.04.2017 im Signal Iduna Park in Dortmund (Nordrhein-Westfalen). Bewaffnete Polizisten stehen nach dem Spiel vor dem Stadion. Foto: Bernd Thissen/dpa
Fußball Champions League: Viertelfinal-Hinspiel, Borussia Dortmund - AS Monaco am 12.04.2017 im Signal Iduna Park in Dortmund (Nordrhein-Westfalen). Bewaffnete Polizisten stehen nach dem Spiel vor dem Stadion. Foto: Bernd Thissen/dpa
Nach dem Anschlag auf Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund suchen die Ermittler weiter nach den Tätern. Am Dienstag waren drei Sprengsätze nahe dem Mannschaftsbus detoniert. Dies sind die neuesten Entwicklungen - und die offenen Fragen.

Was wir wissen

* Gegen einen nach dem Anschlag festgenommenen Iraker ist Haftbefehl erlassen worden - wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Der mutmaßliche IS-Kämpfer soll im Irak eine Einheit angeführt haben, die Entführungen, Verschleppungen, Erpressungen und auch Tötungen vorbereitet haben soll. Nach dem Anschlag war die Wohnung des 26-Jährigen und eines weiteren Verdächtigen durchsucht worden. Eine Beteiligung konnte dem 26-Jährigen aber nicht nachgewiesen werden.

* Der zweite Mann - ein 28 Jahre alter Deutscher aus Fröndenberg im Kreis Unna - steht nicht mehr unter Verdacht. Es gebe keine Hinweise, dass der Mann in die Tat verwickelt sei, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

* Am Dienstagabend gegen 19.15 Uhr detonierten drei Sprengsätze nahe dem Mannschaftsbus von Borussia Dortmund. Das Team war auf dem Weg zum Champions-League-Heimspiel gegen AS Monaco.

* Die Sprengsätze waren mit Metallstiften bestückt. Laut Bundesanwaltschaft hatten die Sprengsätze eine Sprengwirkung von mehr als 100 Metern. "Die Sprengkraft war enorm", sagte auch der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger (SPD).

* Am Anschlagsort wurden drei Bekennerschreiben mit gleichem Text gefunden. Unter anderem wird der Abzug von Tornado-Kampfflugzeugen der Bundeswehr aus Syrien und die Schließung des US-Luftwaffenstützpunktes Ramstein gefordert. Laut Ermittlerkreisen waren darauf keine Symbole der Terrormiliz Islamischer Staat.

* Dem Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, zufolge fehlten arabische Floskeln, auch seien die Forderungen am Ende des Textes untpyisch für die Terrormiliz Islamischer Staat. "Der IS verhandelt nicht."

* Ein weiteres Bekennerschreiben wurde in der Nacht zum Mittwoch im Internet veröffentlicht. Darin wird ein linksextremistischer Hintergrund des Anschlags behauptet. Es bestehen allerdings erhebliche Zweifel an der Echtheit.
* Der BVB-Verteidiger und spanische Nationalspieler Marc Bartra wurde schwer an Hand und Arm verletzt. Er wird der Mannschaft in etwa vier Wochen wieder zur Verfügung stehen, wie Trainer Thomas Tuchel am Donnerstag sagte.

* Auch ein Polizist wurde verletzt. Er fuhr auf einem Motorrad vor dem Bus, um ihn zum Stadion zu begleiten. Er erlitt einen Schock.

* Das Spiel am Dienstag wurde abgesagt. Das Nachholspiel am Mittwoch verlor der BVB 2:3 (0:2). BVB-Spieler und -Verantwortliche kritisierten die rasche Neuansetzung. Die UEFA wies diese Vorwürfe am Donnerstag jedoch zurück.

* Das Rückspiel in Monaco ist für kommenden Mittwoch terminiert. Am Samstag spielt Dortmund in der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt.

* Rund um das Nachholspiel blieb es einer Polizeisprecherin zufolge vergleichsweise ruhig.


Was wir nicht wissen

* Wer sind die Täter? Der Generalbundesanwalt ging am Donnerstag von einem terroristischen Hintergrund aus. Zwingend sei dies allerdings nicht, sagte eine Sprecherin.

* Laut NRW-Verfassungsschutz wird in Richtung Links- und Rechtsextremismus sowie Islamismus ermittelt. NRW-Innenminister Jäger hält es auch für möglich, dass die Täter gewaltbereite Fußballfans seien.

* Gibt es neue Verdächtige?

* Was wurde in den Wohnungen der zunächst Verdächtigen gefunden?

* Der Zündmechanismus und die Art des Sprengstoffes sind noch unklar. Auch ist nicht bekannt, von wem die Sprengsätze gebaut wurden. Jäger sagte jedoch, die Bomben seien hochprofessionell gebaut worden.