Illesheim
Meinung

Amerikaner und seine Sichtweise auf die US-Waffengesetze

Der gebürtige US-Amerikaner Cody Davis (25) aus Illesheim in Mittelfranken beschreibt in unserer Zeitung, wie mit dem Thema Waffenbesitz in seiner Familie in den Vereinigten Staaten umgegangen wurde und warum auch strengere Gesetze wenig helfen:
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Cody Davis. Foto: privat
Cody Davis. Foto: privat
"Mein Vater war der einzige in meiner Familie, der eine Waffe besaß. Als Junge hatte mein Vater nur ein Luftgewehr, das im schlimmsten Fall nur blaue Flecke verursacht hätte. Mein Vater hatte seine Pistole meist weggesperrt und lagerte die Munition auch an einem separaten Ort. Er brachte mir bei, wie gefährlich Schusswaffen sind, weil er genau wusste, wie gefährlich sie sind. Daher habe ich nie damit hantiert. Ich bin überzeugt, dass so eine Art der Erziehung mit viel Erklärungen dazu beiträgt, um Kinder vom gedankenlosen Umgang mit Waffen abzuhalten.

Bei der Tragödie von Newtown hatte der Täter keine Rücksicht auf sein eigenes und auf das Leben anderer Menschen genommen. Er wusste, dass wenn er möglichst viele Menschen und Kinder ermordet, er dann als Schütze von Newtown in Erinnerung bleibt. Und mögliche Nachahmer werden versuchen, eine noch größere Tragödie zu begehen als diese. Es gibt wohl keinen Weg, um solche Wahnsinnstaten zu stoppen.

Sicher könnten strengere Waffenkontrollen eingeführt werden, aber potenzielle Amokläufer finden dann andere Möglichkeiten, um zu töten. Sie können etwa Bomben nach Plänen aus dem Internet basteln. Als ich die High School besuchte, war genau das eine große Bedrohung. Ich erlebte mehrere Bombendrohungen. Ich glaube daher nicht, dass strengere Waffenkontrollen die Probleme lösen.

Ich bin der Überzeugung, dass die Medien ein entscheidender Faktor sind. Sie spielen nämlich eine große Rolle im Leben der Menschen, und manche Blätter mit ihrer reißerischen Berichterstattung schielen nur auf den Profit und richten damit viel Schaden an. Letztendlich glaube ich, dass schärfere Gesetze solche Dramen nicht verhindern. Leider wird es immer potenzielle Amokkiller geben, und es gibt wohl nichts, was eine Gesellschaft tun kann, um sie zu stoppen."

Mit Cody Davis sprach Peter Groscurth